Fahrraddiebstahl über Grenzen hinweg: Benelux und NRW starten Kooperation
Zusammenarbeit
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Belgien, die Niederlande und Luxemburg wollen künftig gemeinsam mit dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) verstärkt gegen Fahrraddiebstähle vorgehen. Wie das Benelux-Sekretariat und das Land am Dienstag mitteilten, wurde dazu eine gemeinsame Strategie entwickelt. Diese sieht unter anderem vor, die bestehenden nationalen Plattformen zur Fahrradregistrierung miteinander zu vernetzen.
Vertreter der Benelux-Staaten und Nordrhein-Westfalens stellten in Brüssel ihre gemeinsame Strategie gegen Fahrraddiebstähle vor.
| Illustrationsbild: picture alliance/dpa
In Belgien betrifft das insbesondere die Plattform „mybike“, über die Fahrräder eindeutig ihren Besitzern zugeordnet werden können. Nutzerinnen und Nutzer registrieren dort ihr Rad online und versehen es mit einem individuellen QR-Code, der auf dem Rahmen angebracht wird.
Bei einem Treffen in Brüssel stellten die Partner ein gemeinsames Positionspapier mit konkreten Empfehlungen vor. Darin verpflichten sie sich, Wege zu prüfen, um Präventionsstrategien zu harmonisieren und die Strafverfolgung zu stärken. Ein zentrales Ziel ist die mögliche Verknüpfung der bestehenden Fahrradregister, darunter auch „mybike“.
„Ein solcher Datenaustausch in Echtzeit würde es den Polizeibehörden ermöglichen, gestohlene Räder über Landesgrenzen hinweg schneller zu identifizieren“, heißt es in dem Dokument. Auch Käuferinnen und Käufer könnten dadurch verlässlich überprüfen, ob ein angebotenes Fahrrad rechtmäßig erworben wurde.
Darüber hinaus wollen die Partner die Datensysteme besser aufeinander abstimmen und die Zusammenarbeit zwischen den Ermittlungsbehörden intensivieren. Geplant sind auch gemeinsame Ermittlungen gegen organisierte Diebstahlsnetzwerke, die gestohlene Fahrräder über Grenzen hinweg weiterverkaufen.
Bereits seit Oktober 2023 gibt es mit dem Benelux-Polizeivertrag eine solide Grundlage für eine solche Kooperation, auf die nun aufgebaut werden soll.
Laut dem Benelux-Generalsekretariat zählen Fahrraddiebstähle europaweit zu den häufigsten, aber auch am wenigsten gemeldeten Delikten. Die Europäische Radfahrerföderation (ECF) schätzt, dass in der EU jährlich rund 1,3 Millionen Fahrräder als gestohlen gemeldet werden. Eine französische Studie zeigt zudem, dass viele Betroffene ihr Verhalten ändern: Elf Prozent steigen nach einem Diebstahl ganz vom Rad ab, 23 Prozent nutzen es seltener. Damit beeinträchtigt das Phänomen auch die Attraktivität des umweltfreundlichen Radverkehrs insgesamt. (belga/rt)
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