2024 wurden dem Arbeitsamt insgesamt 1.026 Stellenangebote gemeldet. Das sind 25 % weniger als 2021. Davon konnten bis April 2025 rund 662 erfolgreich besetzt werden – nach Abzug der im Laufe des Suchprozesses annullierten Stellen eine Besetzungsquote von 72 %. Zwar liegt dieser Wert unter dem Vorjahresniveau (77 %), aber dennoch höher als in den beiden Vorjahren.
Zusätzlich wurden 617 Interim-Stellen und 378 weitere Angebote auf der Webseite des Arbeitsamts veröffentlicht, bei denen, auf Wunsch des Arbeitgebers, keine aktive Vermittlung durch das Arbeitsamt erfolgte, die aber das Angebot für die Arbeitsuchenden erweitern. Ein möglicher Grund für den Rückgang der gemeldeten Stellen liegt im geänderten Verhalten der Unternehmen: Immer häufiger setzen Arbeitgeber auf soziale Medien für die Mitarbeiterrekrutierung. Auch in der lokalen Presse ein starker Rückgang der Anzahl Stellenangebote festzustellen.
Fast die Hälfte aller Stellenangebote stammt aus dem Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft, rund 35 % aus der Eifel. Auffällig: Der Süden ist mit 42 % der DG-internen Angebote überproportional vertreten, da er nur 35 % der Arbeitsplätze stellt. Angebote aus dem Ausland machen lediglich 8 % aus – deutlich weniger als in der lokalen Presse, wo 2024 rund 36 % der Stellenanzeigen aus dem Ausland stammten (Quelle: WSR). Ein besonderes Augenmerk der Auswertung liegt auf den Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen ohne formale Qualifikation. Rund 23 % der Stellenangebote 2024 erfüllen Kriterien, die sie prinzipiell für niedrigqualifizierte Bewerber zugänglich machen – etwa im Bereich Reinigung, Hilfsarbeit (im Handwerk, Baugewerbe oder produzierenden Gewerbe), im Verkauf oder Horeca-Sektor. Die Besetzungsquote in diesem Segment liegt mit 78 % sogar über dem Durchschnitt. Oft ist mit diesen Angeboten auch die Durchführung einer IBU (Individuellen Ausbildung im Betrieb) verbunden. In diesem Fall ist der Arbeitgeber bereit, Bewerber ohne passende Qualifikation einzustellen und selbst zu schulen, insofern Motivation, ein Interesse am Beruf und Leistungsbereitschaft vorhanden sind.
Mehr als die Hälfte der Stellenangebote (58 %) bezogen sich auf unbefristete Verträge, 28 % auf befristete. In den übrigen Fällen bleibt die Angabe offen. Teilzeitstellen machten 30 % aus, im Unterrichtswesen sogar mehr als die Hälfte. Im Gesundheits- und Sozialwesen wird diese Angabe besonders häufig offengelassen. Im Bau- und Industriesektor hingegen dominieren Vollzeitstellen. Die meisten Stellenangebote kamen 2024 aus dem Unterrichtswesen (22 %), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (19 %) sowie dem verarbeitenden Gewerbe (15 %). Besonders rückläufig war die Zahl der Stellen in der öffentlichen Verwaltung (teils bedingt durch Einstellungsstopps), im Handel und im Transportsektor. Gute Deutschkenntnisse sind in 61 % der Angebote Voraussetzung, gute Französischkenntnisse werden in 35 % der Fälle verlangt. Die durchschnittliche Besetzungsdauer lag bei 50 Tagen – in der DG etwas kürzer als bei Stellen aus dem Landesinneren oder dem Ausland. 69 %der Stellen wurden innerhalb von zwei Monaten besetzt. Dieser Wert ist deutlich geringer als an in früheren Jahren, was auf die anhaltenden Besetzungsschwierigkeiten hindeutet. (red/sc)

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