Ende September 2025 lag die Zahl der Vollarbeitslosen in der DG bei 2.656 Personen. Damit ist sie nur noch geringfügig höher als im September des Vorjahres (+17 Personen). Die Arbeitslosenquote bleibt mit 7,1 Prozent auf dem Vorjahresniveau, wie das Arbeitsamt der DG (ADG) mitteilt. Im Vergleich zum dritten Quartal des Jahres 2024 ist die Arbeitslosenzahl in der DG um 0,8 % (oder +21 Personen) gestiegen. „Der vor allem seit Ende 2023 zu beobachtende Anstieg kommt derzeit zum Erliegen und die Arbeitslosenzahl fällt annähernd auf das Vorjahresniveau zurück“, schreibt das Arbeitsamt.
Nach wie vor steige die Zahl der Personen, die kein Arbeitslosengeld beziehen und freiwillig eingetragen sind. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass ab September 2023 die Regeln der Ein- und Austragung angepasst wurden. „Diese Anpassung verfolgte das Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren und begleiten zu können. Deshalb werden die freiwillig Eingetragenen nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen, sondern erst dann, wenn sie explizit keine Eintragung mehr wünschen“, teilt das Arbeitsamt mit.
In allen anderen Kategorien, das heißt der verpflichtend eingetragenen Personen, ist hingegen die Zahl der Arbeitsuchenden im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken, insbesondere die Zahl der Schulabgänger (-15 %). Auch die Zahl der Arbeitslosengeld- und Sozialhilfeempfänger liegt leicht unter dem Vorjahresstand. Nur rund die Hälfte der Arbeitslosen insgesamt bezieht derzeit Arbeitslosenunterstützung (51 %), während etwa 15 % Eingliederungseinkommen seitens eines ÖSHZ beziehen. Weitere 19 % (rund 500 Personen) sind wie erwähnt freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Zu dieser Gruppe zählen auch die Ukraine-Flüchtlinge, die in der Regel von einem ÖSHZ unterstützt werden. Ihre Zahl liegt nach wie vor bei rund 150 Personen. Hinzu gekommen sind seit Beginn 2024 auch langzeitkranke Personen, die sich freiwillig für das Wiedereingliederungsprogramm „Rückkehr ins Arbeitsleben“ gemeldet haben. Ihre Zahl liegt mittlerweile bei knapp 90 Personen.
Im regionalen Vergleich zeigt sich ein gewohntes Bild: Der Norden bleibt stärker betroffen als der Süden. Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 9,2 % nach wie vor deutlich höher als in der Eifel, wo die Quote bei 4,0 % liegt. Rund ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (31 %) ist über 50, und davon die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Die Zahl der eingetragenen Schulabgänger ist in diesem Jahr niedriger als 2024, dadurch fällt der saisonal bedingte Anstieg bei den jugendlichen Arbeitslosen im Sommer niedriger aus als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen (53 %) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 1-2 Jahren deutlich gestiegen, was u.a. auf die erwähnten Regeländerungen zurückzuführen sein dürfte. Rückläufig ist hingegen die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen und derjenigen mit einer Dauer von mehr als fünf Jahren. Die Arbeitslosenquote in der DG ist vergleichbar mit derjenigen in Flandern (7,2 % im September). Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu anderen Regionen auch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. In der Wallonie ist die Quote mit 16,8 % mehr als doppelt so hoch, ebenso in Brüssel mit 17,3 %.
Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider. Demnach wurden im dritten Quartal 2025 dem Arbeitsamt 221 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 88 % von ostbelgischen Arbeitgebern. Dies ist nach wie vor ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr. Allerdings ist dieser Rückgang weniger auf Stellenangebote der hiesigen Arbeitgeber als auf eine rückläufige Nachfrage aus dem belgischen Inland zurückzuführen. (red/sc)
Weitere Informationen dazu unter: www.adg.be/statistik

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