Marina Yee, geboren 1958, studierte Mode an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen. Dort lernte sie ihre später weltberühmten Mitstreiter kennen: Walter Van Beirendonck, Dries Van Noten, Dirk Van Saene, Ann Demeulemeester und Dirk Bikkembergs. Gemeinsam machten sie in den 1980er-Jahren unter dem Namen „Antwerp Six“ die Antwerpener Mode zu einem internationalen Markenzeichen.
„Marina zeichnete sich durch ihren ausgeprägten Stil und ihr außergewöhnliches Zeichentalent aus“, betonte das ModeMuseum in seiner Mitteilung.
Nach dem Studium arbeitete Yee zunächst für belgische Marken wie Gruno & Chardin und Bassetti, bevor sie 1986 ihre eigene Linie „Marie“ gründete, die sie bis 1990 leitete. Anschließend widmete sie sich der Lehre, unter anderem an der Saint-Luc-Institut in Tournai und später am KASK in Gent. Trotzdem blieb sie stets kreativ aktiv – in ihrem Atelier, als Künstlerin und Designerin.
2018 feierte Yee ein Comeback mit einer kleinen Kollektion für den asiatischen Markt, später mit ihrer eigenen Marke „M.Y. Collection“. Neben Mode entwarf sie Kostüme für Theaterproduktionen, beschäftigte sich mit Malerei, Collagen, Innenarchitektur und Grafikdesign.
„Ihr Werk war radikal ehrlich, poetisch und geprägt von Respekt gegenüber Mensch und Material“, würdigte MoMu-Direktorin Debo. „Marina hat uns gezeigt, dass Mode mehr sein kann als ein Trend – sie kann ein Akt der Achtsamkeit, des Ausdrucks und der Verbundenheit sein. Ihr Vermächtnis wird im MoMu und weit darüber hinaus weiterleben.“ (belga/calü)

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