Der Schritt folgt auf einen Skandal, der im Mai öffentlich wurde: In Belgien wurden mindestens 55 Kinder mit Spendersamen eines dänischen Mannes gezeugt, der Träger eines krebserregenden Gens ist. Die Kinder stammen von 39 verschiedenen Frauen – deutlich mehr als das in Belgien gesetzlich erlaubte Maximum von sechs Familien pro Spender.
Bereits im September hatte das Universitätsklinikum Brüssel (UZ Brussel) erklärt, keine Spenden der dänischen Samenbank mehr zu verwenden. Inzwischen haben sich auch andere Einrichtungen angeschlossen, darunter die Fertilisationseinrichtungen der Uniklinik Gent, des Krankenhauses Sint-Jan in Brügge, des ZAS-Spitals in Antwerpen, des Krankenhauses Ost-Limburg, des Jessa-Krankenhauses in Hasselt, des Hospitals Sint-Lucas in Gent sowie der Klinik Groeninge in Kortrijk.
Das Krankenhaus Jan Palfijn in Gent erklärte, man bestelle nur noch in absoluten Ausnahmefällen Spendersamen bei der European Sperm Bank.
Die Justiz ermittelt inzwischen: Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen der Unregelmäßigkeiten bei den Samenspenden eingeleitet. Kritik richtet sich zudem gegen die föderale Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (FAMHP), die eigentlich überwachen sollte, dass die gesetzliche Grenze von sechs Familien pro Spender eingehalten wird.
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) hat eine interne Prüfung (Audit) bei der Arzneimittelagentur veranlasst. Der Bericht soll am Dienstag im Parlament vorgestellt werden. (belga/calü)

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