In einem offenen Brief, der am Donnerstag veröffentlicht und in der VRT-Sendung „Terzake“ aufgegriffen wurde, fordern die Expertinnen und Experten die Einführung eines Grundrechts auf menschliche Interaktion.
Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem vom bekannten Psychiater Dirk De Wachter und vom Technikphilosophen Lode Lauwaert. Beide gehören zur Forschungsgruppe Ethics@KU Leuven.
„In immer mehr Lebensbereichen sollen wir nicht mehr mit Menschen, sondern mit digitalen oder physischen Robotern interagieren“, schreiben die Autorinnen und Autoren. „Wir leben mitten in einem großen sozialen Experiment. Doch was bedeutet das langfristig für unser Zusammenleben? Welche Auswirkungen wird diese Entwicklung haben?“
Die Expertengruppe warnt, dass durch die fortschreitende „Robotisierung“ der Gesellschaft wichtige soziale und kommunikative Fähigkeiten verloren gehen könnten. Zudem bestehe das Risiko einer wachsenden Ungleichheit, etwa weil technologische Mittel ungleich verteilt seien oder Maschinen Entscheidungen treffen, die Menschen direkt betreffen – etwa in der Justiz oder am Arbeitsplatz.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, schlägt die Gruppe ein neues Grundrecht auf menschliche Interaktion vor. „Der Austausch zwischen Menschen ist so grundlegend, dass er rechtlich geschützt werden sollte“, heißt es im Schreiben. So wie es Rechte auf Bildung, Gesundheitsversorgung oder Meinungsfreiheit gebe, müsse auch das Recht auf menschlichen Kontakt – in bestimmten Fällen sogar auf physischen Kontakt – gesetzlich verankert werden. (belga/calü)

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