„Gleisläufer“ legen Brüsseler Metro lahm – Zahl der Vorfälle steigt weiter

<p>Lebensgefahr in der Brüsseler Metro: Immer mehr Menschen sind unerlaubt auf den Gleisen unterwegs.</p>
Lebensgefahr in der Brüsseler Metro: Immer mehr Menschen sind unerlaubt auf den Gleisen unterwegs. | Foto: belga

Insgesamt kam es zu 5.704 Minuten Betriebsunterbrechung, was einem Verlust von 10.440 nicht gefahrenen Zugkilometern entspricht – das sei „ungefähr die Luftlinie zwischen Brüssel und Peru“, so die STIB anschaulich.

Die Zahl der registrierten Fälle ist erneut deutlich gestiegen – von 381 im Jahr 2023 auf 421 im Jahr 2024, was einem Plus von 10,5 Prozent entspricht. Seit 2021 hat sich die Zahl der Vorfälle sogar um 43 Prozent erhöht. Und die Entwicklung hält an: Schon bis Ende September 2025 wurden fast 280 Verstöße gezählt.

Für die STIB ist diese Tendenz besorgniserregend. „Gleislaufen“ bringe nicht nur den gesamten Metroverkehr durcheinander, sondern sei lebensgefährlich – sowohl für die Betroffenen als auch für das Betriebspersonal. „Eine Metro hat nicht den Bremsweg eines Autos“, warnt die Verkehrsgesellschaft. In den Tunneln erreichen die Züge bis zu 72 km/h, beim Einfahren in eine Station immer noch etwa 40 km/h. „Es ist eine Illusion zu glauben, man könne noch rechtzeitig zurück aufs Bahnsteiggleis springen“, so die STIB.

Hinzu kommt die akute Stromschlaggefahr: Auf der sogenannten dritten Schiene liegen 900 Volt Spannung – Berührungen enden meist tödlich. Wer eine Person auf den Gleisen bemerkt, sollte sofort über die SOS-Säulen auf den Bahnsteigen die Leitstelle informieren. In solchen Fällen wird der Strom umgehend unterbrochen, um ein Unglück zu verhindern. (belga/calü)

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