Im vergangenen Jahr waren die föderalen Beamten im Durchschnitt 18,2 Arbeitstage krankheitsbedingt abwesend – der höchste Wert, der je gemessen wurde. Wenn man jene Beschäftigten aus der Statistik herausnimmt, die keinen einzigen Krankheitstag hatten, steigt die durchschnittliche Fehlzeit sogar auf 25 Arbeitstage. Ein höherer Wert wurde nur während der Corona-Pandemie verzeichnet.
Besonders auffällig ist die Zunahme von stressbedingten und psychischen Erkrankungen. Während diese im Jahr 2015 noch rund 30 Prozent der gesamten Fehlzeiten ausmachten, stieg ihr Anteil bis 2024 auf 43,7 Prozent an – also fast jede zweite Krankmeldung.
Insgesamt summierten sich die Fehlzeiten der föderalen Beamten im vergangenen Jahr auf mehr als 1,5 Millionen Krankheitstage.
Ministerin Matz kündigt Gegenmaßnahmen an
Vanessa Matz (Les Engagés), die föderale Ministerin für den öffentlichen Dienst, reagierte auf die alarmierenden Zahlen und betonte, dass sie verstärkt auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz setze.
„Wir investieren gezielt in die Prävention von Stress und Burn-out sowie in eine gesunde Arbeitskultur“, erklärte Matz. Dabei arbeitet die Regierung mit Empreva, dem Präventionsdienst der föderalen Verwaltung, zusammen. Auch der „Plan für mentale Gesundheit am Arbeitsplatz“ wird weiter ausgebaut.
Zur Unterstützung von Mitarbeitenden, die zeitweise oder langfristig erkrankt sind, kündigte die Ministerin zudem ein neues Reintegrationsprogramm an. Ein Netzwerk von Reintegrations-Experten soll künftig den Behörden helfen, erkrankte Beschäftigte wieder schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzuführen.
Bis Ende 2025 sollen die ersten zertifizierten Fachleute in den föderalen Diensten einsatzbereit sein. (belga/calü)

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