Demnach arbeiten viele Unternehmen mit sehr knappen Margen und kleinen Puffern. „Die Zahlen zeigen, dass die Hälfte der Firmen weniger als drei Monate Cashreserven hat, dass schuldengetriebene Expansion zur Norm geworden ist und dass insbesondere die Gastronomie sowie KMU in Brüssel strukturell anfällig bleiben“, heißt es in der Analyse.
Besonders Einzelunternehmer (35 Prozent) und Mikrounternehmen (28 Prozent) gelten als verletzlich. Größere Unternehmen können dank ihres größeren Maßstabs stabilere finanzielle Polster vorweisen.
Auch regionale Unterschiede sind klar erkennbar: In der Provinz Hennegau droht fast drei von zehn Firmen ein Liquiditätsproblem, während es in der Provinz Flämisch-Brabant nur etwa jede fünfte ist.
Im Jahr 2024 arbeitete im Schnitt fast jedes fünfte KMU (22 Prozent) in Belgien defizitär. Besonders dramatisch ist die Lage in der Gastronomie, wo 37 Prozent der Betriebe Verluste meldeten. Besser sieht es in wissensintensiven Branchen aus: Dort liegt der Anteil verlustbringender Unternehmen bei lediglich 13,5 Prozent.
Bemerkenswert: Rund 11 Prozent der KMU stellen Personal ein, obwohl sie Verluste schreiben. „Das bedeutet, dass mehr als jeder zehnte Unternehmer bewusst in Wachstum oder Personal investiert – auch wenn die Bilanzzahlen kurzfristig negativ sind“, so Teamleader. (belga/calü)

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