Stress, Schlafprobleme, Angst und Erschöpfung gehören für immer mehr Menschen zum Alltag. Zwar bewerten sechs von zehn Belgiern ihr seelisches Wohlbefinden insgesamt als gut, doch gleichzeitig blickt jeder Fünfte pessimistisch in die Zukunft. Rund 20 Prozent leiden unter schweren psychischen Belastungen mit Anzeichen von Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen – Letztere betreffen inzwischen die Hälfte der Bevölkerung.
Besonders stark sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren betroffen: Fast jeder Vierte in dieser Altersgruppe leidet an Angststörungen oder Depressionen. Auch Essstörungen und Suizidversuche treten hier häufiger auf. Insgesamt wurden in Belgien seit 2018 wieder mehr Suizide registriert.
Frauen sowie Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau sind ebenfalls überdurchschnittlich oft von Einsamkeit und psychischen Problemen betroffen – häufig bedingt durch mangelnde soziale Kontakte. „Auch große Krisen wie die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Corona-Pandemie oder das angespannte internationale politische Klima spielen vermutlich eine Rolle“, betont Sciensano.
Das Institut fordert deshalb eine bessere Zugänglichkeit zu psychologischer Hilfe und mehr Prävention – insbesondere für besonders gefährdete Gruppen wie Frauen, Jugendliche und Menschen in sozial schwacher Lage.
Hinweis: Wer selbst unter Suizidgedanken leidet oder sich Sorgen um jemanden macht, kann sich in Ostbelgien anonym und kostenlos an die Telefonhilfe unter der Nummer 108 wenden oder Hilfe über die Website telefonhilfe.be finden. (belga/calü)

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