Trotz Sanktionen: Exporte aus Wallonie nach Russland schießen in die Höhe

<p>Wallonische Exporte boomen.</p>
Wallonische Exporte boomen. | Foto: Marcus Brandt/dpa

Insgesamt legten die Exporte aus dem Süden des Landes von Januar bis Juni 2025 um 10,2 Prozent zu. Damit schlägt die Wallonie deutlich Flandern, wo im selben Zeitraum ein Rückgang von 4,5 Prozent verzeichnet wurde.

Ein bemerkenswerter Sprung ist auch auf der anderen Seite des Atlantiks zu beobachten: Die Ausfuhren in die USA stiegen um satte 42 Prozent und erreichten in nur einem halben Jahr fast 4,9 Milliarden Euro – fast so viel wie im gesamten Jahr 2024 (6,7 Milliarden Euro). Die Vereinigten Staaten sind damit mittlerweile der zweitwichtigste Handelspartner der Wallonie, gleich hinter Frankreich.

Für Schlagzeilen sorgt jedoch vor allem Russland: Obwohl die Handelsbeziehungen seit Beginn des Ukraine-Krieges stark eingeschränkt sind, kletterten die wallonischen Exporte dorthin im ersten Halbjahr 2025 auf 334 Millionen Euro – nach nur 140,7 Millionen im gesamten Vorjahr. Russland liegt damit inzwischen auf Platz 11 der wichtigsten Absatzmärkte der Region.

Die Erklärung dafür liefert ein Sektor, der in Belgien besonders stark ist: die Pharmaindustrie. Medikamente gehören zu den wenigen Produkten, die trotz Sanktionen weiterhin nach Russland geliefert werden dürfen. Laut Awex ist dieses Segment für den Großteil des Zuwachses verantwortlich – sowohl in Richtung USA als auch Richtung Russland. (belga/calü)

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