Die Entscheidung stößt nicht überall auf Zustimmung. Die VoG Financité, die sich für verantwortungsvolles und solidarisches Bankwesen einsetzt, kritisierte die Maßnahme scharf: Wer kein Smartphone besitze, werde faktisch vom Onlinebanking ausgeschlossen.
ING weist den Vorwurf zurück. Man wolle niemanden ausschließen, so die Bank. Das Aus für den Kartenleser werde schrittweise eingeführt. „Personen, die Schwierigkeiten mit den digitalen Kanälen haben, werden die letzten sein, die von dieser Umstellung betroffen sind“, erklärte die Bank. Für Kunden, die trotz Hilfestellung des ING-Personals nicht mit den Alternativen zurechtkommen – etwa weil sie kein Smartphone haben –, könne der Einsatz des Kartenlesers in Einzelfällen verlängert werden. Zudem seien „spezifische Lösungen“ geplant.
Als Grund für die Umstellung verweist ING auf den besseren Schutz vor Betrug. Digitale Authentifizierung über sichere Apps sei weniger anfällig für Missbrauch als klassische Kartenleser.
Financité erkennt zwar an, dass ING Kunden bei der Umstellung unterstützen will. Gleichzeitig weist die Organisation auf ein strukturelles Problem hin: Durch die Schließung von Filialen und die eingeschränkten Öffnungszeiten verschwänden auch Bankautomaten, an denen ältere oder weniger digitalaffine Kunden bislang Überweisungen tätigen oder ihren Kontostand abfragen konnten – ganz ohne Smartphone oder Computer. (belga/calü)

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