Sparpläne verschärft: Chemieriese BASF streicht Hunderte Jobs in Antwerpen

<p>Ein Blick auf die BASF-Anlage in Antwerpen</p>
Ein Blick auf die BASF-Anlage in Antwerpen | Foto: belga

Hintergrund sind drastische Sparmaßnahmen: Ursprünglich hatte BASF Einsparungen von 100 Millionen Euro bei den Fixkosten bis 2028 angekündigt. Dieses Ziel wurde nun auf 150 Millionen Euro erhöht. „Die wirtschaftliche Lage sowie das Ausbleiben spürbarer Effekte der angekündigten staatlichen Hilfen für die Industrie zwingen uns zum Handeln“, erklärte Unternehmenssprecherin Lotte Dierckx am Mittwoch.

Die chemische Industrie befinde sich seit geraumer Zeit in einer schwierigen Phase, so Dierckx. „In den vergangenen sechs Monaten hat sich die Situation nicht verbessert, sondern verschärft.“ Gründe seien unter anderem geopolitische Spannungen und die Unsicherheit durch neue Handelszölle.

Da Fixkosten zum großen Teil Personalkosten seien, werde der Sparkurs unweigerlich zu Stellenstreichungen führen, so das Unternehmen. Geplant ist, die Belegschaft um rund 600 Stellen zu reduzieren. Auch die Führungsebene bleibt nicht verschont: Ein Drittel der Managementpositionen soll wegfallen.

Laut BASF soll der Abbau sozialverträglich erfolgen. Vereinbarungen mit den Gewerkschaften sehen vor, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Stattdessen setzt man auf natürliche Abgänge, interne Stellenwechsel sowie ein Programm für freiwillige Ausstiege. Bis Ende dieses Jahres sollen allein durch Pensionierungen rund 100 Stellen entfallen.

„Wir müssen uns in dieser schwierigen Zeit auf das konzentrieren, was wir selbst in der Hand haben – unsere Fixkosten“, sagte Jan Remeysen, CEO von BASF Antwerpen, am Mittwoch. „Mit mehr Agilität und Flexibilität wird unser Standort gut aufgestellt sein, um ein führender Player in Innovation, Nachhaltigkeit und Beschäftigung zu bleiben.“ Gleichzeitig appellierte er an die Politik, endlich „konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunft unserer Industrie und unseres Wohlstands zu sichern“. (belga/calü)

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