Bestellt wurden zunächst 30 Züge, mit einer Option auf 20 weitere. Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich auf rund zwei Milliarden Euro. „Wir sind fest entschlossen, auch die Option zu ziehen – die Finanzierung steht“, erklärte Eurostar-CEO Gwendoline Cazenave am Mittwoch.
Die neuen Doppelstockzüge des Typs Avelia Horizon bieten pro Fahrt, wenn zwei Einheiten gekoppelt werden, mehr als 1.000 Sitzplätze – etwa 20 Prozent mehr als bisher. Die ersten sechs Züge sollen Anfang 2031 ausgeliefert werden und ab Mai 2031 im regulären Betrieb stehen. Pro Jahr sollen etwa 15 weitere Züge folgen.
Eurostar betreibt derzeit eine Flotte von 51 Zügen, die mit den Neubestellungen auf 67 Fahrzeuge anwachsen wird. Neben den neuen Doppelstockzügen gehören dazu weiterhin 17 Siemens-Züge des Typs e320. Vor allem die alten roten Thalys-Züge sollen ersetzt werden.
Mit der größeren Flotte und zusätzlichen Sitzplätzen will Eurostar nicht nur die Taktung auf bestehenden Routen erhöhen, sondern auch neue Destinationen erschließen – darunter Genf und Frankfurt am Main. 2024 beförderte das Unternehmen 19,5 Millionen Passagiere; mit der heutigen Kapazität ist ein Maximum von 25 Millionen Reisenden möglich.
Alstom setzte sich bei der Ausschreibung durch, weil das Unternehmen schneller liefern kann als andere Hersteller. Grund dafür ist ein laufender Rahmenvertrag mit der französischen Staatsbahn SNCF, die zugleich Hauptaktionär von Eurostar ist. An der SNCF-Bestellung von Avelia-Horizon-Zügen konnte der Eurostar-Auftrag direkt angehängt werden.
Gebaut werden die Züge in Frankreich, an zehn von 14 Alstom-Standorten. Auch der Standort Charleroi in Belgien ist beteiligt: Dort entstehen die statischen Umformer, mit denen Energie für den Zugbetrieb umgewandelt wird. Die Alstom-Fabrik in Brügge ist hingegen nicht eingebunden.
An Eurostar sind neben der SNCF (55,75 Prozent) auch die belgische Eisenbahngesellschaft (SNCB) mit 18,5 Prozent sowie weitere Investoren beteiligt. (belga/calü)

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