Trotz des gelungenen Einstands in der 1. Division am Wochenende mit dem 3:1-Heimsieg gegen Charleroi hatte Union-Trainer David Hubert seine Elf für das Duell gegen die „Nerazzurri“ auf zwei Positionen verändert. Der zuletzt treffsichere Florucz musste auf die Bank, an vorderster Front ruhte das Vertrauen ganz auf Promise David, der als einzige echte Spitze auflief. Zudem erhielt Khalaili das Vertrauen – er verdrängte Patris aus der Startelf.
Die Rollen waren vor dem Anpfiff klar verteilt: Inter, mit Weltklasse-Spielern gespickt und zuletzt auch in der Serie A souverän unterwegs, war der haushohe Favorit. Hubert aber nahm die Außenseiterrolle gelassen an: „Inter war letztes Jahr nicht umsonst Finalist. Es ist eine Star-Elf mit Weltklasse-Spielern, aber letztlich sind es auch nur Menschen mit zwei Armen und zwei Beinen, genau wie wir“, betonte er kurz vor Spielbeginn.
Und seine Mannschaft begann ganz im Sinne dieser Worte: Union startete mutig und überraschte den Favoriten: Bereits in der dritten Minute zwang Promise David Inter-Keeper Sommer mit einem wuchtigen Abschluss zu einer Glanztat, kurz darauf (4.) rettete ein Verteidiger nach Burgess’ Schuss auf der Linie.
Inter brauchte etwas, um ins Spiel zu finden. In der 17. Minute rauschte Esposito nur knapp an einer Hereingabe vorbei, ehe El Hadj (23.) Sommer aus der Distanz prüfte. Kurz darauf köpfte Esposito nach einer Ecke (28.) über die Latte, während Khalaili (31.) auf der Gegenseite eine scharfe Flanke vors Tor brachte – doch seine Mitspieler verpassten. Dann die kalte Dusche für die Gastgeber: Scherpen rettete zunächst glänzend gegen Martinez (40.), doch die folgende Ecke nutzte Dumfries zum 0:1 (41.). Noch vor der Pause erhöhte Martinez mit einem platzierten Schuss auf 0:2 (45.+1).

Union war zur Halbzeit klar im Hintertreffen – obwohl die Brüsseler die ersten 20 Minuten dominiert und ihre Chancen gehabt hatten. Inter dagegen zeigte, warum es zur absoluten Spitze Europas gehört: effizient und gnadenlos.
Die Union-Fans hofften nach dem Seitenwechsel noch auf ein kleines Wunder – doch die Hoffnungen zerplatzten schneller, als ihnen lieb war. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff (51.) meldete sich der VAR: Der schwedische Schiedsrichter Nyberg ging selbst an den Bildschirm und entschied nach Studium der Bilder auf Handspiel von Mac Allister im Strafraum. Bitter für Union – der Ball war ihm beim Kopfballduell unglücklich an die Hand gefallen. Calhanoglu ließ sich die Gelegenheit vom Punkt nicht entgehen und verwandelte den fälligen Elfmeter eiskalt zum 0:3 aus Sicht der Brüsseler.

Trainer Hubert setzte in der Schlussphase auf frische Kräfte und brachte gleich drei neue Spieler, doch der erhoffte Wirkungstreffer blieb aus. Union rannte an, kämpfte bis zum Abpfiff – ohne sich zu belohnen. Stattdessen schlug Inter noch einmal eiskalt zu: Esposito erhöhte auf 4:0 und setzte den Schlusspunkt.
Am Ende stand eine klare Niederlage für die Brüsseler, die dem Vorjahresfinalisten dennoch einige Zeit mutig Paroli geboten hatten.
Schon in zwei Wochen wartet die nächste große Bewährungsprobe: Am Dienstag, 4. November, tritt die RUSG bei Atlético Madrid an – und auch dort heißt es wieder: Außenseiter gegen Gigant.

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