Lüttich führt Steuer auf Selbstbedienungskassen ein

<p>Selbst scannen, selbst zahlen – in Lüttich wird dieser Komfort ab 2026 teurer: Die Stadt erhebt eine Steuer von 519 Euro pro Selbstbedienungskasse.</p>
Selbst scannen, selbst zahlen – in Lüttich wird dieser Komfort ab 2026 teurer: Die Stadt erhebt eine Steuer von 519 Euro pro Selbstbedienungskasse. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Die neue Abgabe betrifft ausschließlich automatisierte Kassen, an denen Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe selbst scannen und bezahlen. Laut Finanzbeigeordneter Carine Clotuche (Les Engagés) verfolgt die Maßnahme ein doppeltes Ziel – finanziell und sozial.

„Diese Steuer soll rund 77.000 Euro pro Jahr einbringen, ohne den lokalen Einzelhandel zu belasten“, erklärte sie. „Kleinere Geschäfte verfügen ohnehin selten über solche Systeme, die tendenziell Arbeitsplätze gefährden und den Wettbewerb verzerren.“

Neben der Automatensteuer führt Lüttich vier weitere neue Abgaben ein – zusätzlich zu den 31 bestehenden, die allesamt indexiert werden. Damit reagiert die Stadt auf anhaltende Haushaltsprobleme.

„Wir stehen vor großen finanziellen Herausforderungen“, räumte Clotuche ein. „Es braucht Sparmaßnahmen, aber auch eine gezielte Erhöhung der Einnahmen.“

Der Gemeindesteuersatz auf das Einkommen (8 %) und die Immobilienvorsteuer bleiben dagegen unverändert.

„Eine Erhöhung dieser Posten wäre zwar einfach, aber sozial ungerecht gewesen“, betonte Clotuche.

Einige neue Maßnahmen zielen zudem auf ökologische und städtebauliche Aspekte: So sollen Särge aus Polyester künftig mit einer Steuer von 308,58 Euro belegt werden, um umweltfreundlichere Materialien zu fördern. Auch veraltete Geschäftsschilder (seit mehr als sechs Monaten ungenutzt) sowie Nachtgeschäfte geraten ins Visier der Stadtverwaltung.

Der Bürgermeister Willy Demeyer (PS) erinnerte an die schwierige Haushaltslage der vergangenen Jahre:

„Wir müssen vermeiden, in eine Situation der Zahlungsunfähigkeit zu geraten. Das würde bedeuten: weniger öffentliche Dienstleistungen, Probleme für das Personal und wirtschaftliche Einbußen. Wir müssen gemeinsam die am wenigsten schmerzhaften Maßnahmen tragen.“

Insgesamt rechnet die Stadt mit einer Einnahmensteigerung von rund 4,5 Prozent gegenüber 2025. (belga/rt)

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