Bereits die ersten WP des Samstags hatte Neuville bei der Rallye in Deutschland, Österreich und Tschechien als Gesamtsiebter abgeschlossen. Rovanperä, finnischer Weltmeister von 2022 und 2023, führt in seinem Toyota vor Neuvilles Werkskollegen Ott Tänak aus Estland (+36,3 Sekunden) und dem Waliser Elfyn Evans (+44,7 Sekunden, ebenfalls Toyota).
Er befinde sich mit dem Kopf bereits bei der Rallye Japan, gab der St.Vither mit Blick auf den vorletztem WM-Lauf vom 6-8- November zu – dort, wo er vor einem Jahr sein Meisterstück vollendet hatte. „Da wollen wir es besser machen. Heute (Samstag, A. d. R.) haben wir einige Dinge gelernt, und ich finde, dass wir uns im Nachmittag verbessert haben. Morgen werden wir schon einige Einstellungen für Japan testen. Die Punkte, die wir dabei eventuell noch sammeln, werden an meiner Saison nichts mehr ändern.“
Ogier scheidet unglücklich aus.
Die längste Tagesetappe bescherte Fans und Fahrern Hochspannung und spektakuläre Szenen – und ein echtes Motorsport-Drama. Der als Führender in den Tag gestartete Sébastien Ogier (Toyota) drehte sich auf der selektiven zweiten Prüfung des Tages im tschechischen Keply nach einem Einschlag von der Strecke und schied aus. Das bedeutete leichtes Spiel für Rovanperä, der bereits auf der ersten Prüfung den knappen Rückstand auf Ogier egalisiert und die Führung übernommen hatte: Der Finne absolvierte die verbleibenden Prüfungen mit komfortablem Vorsprung und ging als Führender vor Tänank in die Übernachtungspause.
Ogier hat am Sonntag die Chance auf Schadensbegrenzung, denn am finalen Wettbewerbstag gibt es sowohl für die separate „Super Sunday“-Tageswertung als auch für die Wolf Powerstage wertvolle Zusatzpunkte. Für Spannung ist damit auch auf den finalen knapp 78 WP-Kilometern reichlich gesorgt.

Des einen Freud, des anderen Leid: Für Kalle Rovanperä bedeutete der Ausfall seines Teamkollegen, dass er die Samstagsetappe ohne Druck zu Ende fahren konnte. „Das war ein guter Tag“, sagte der Finne nach der abschließenden WP 14. „Am Nachmittag lief es gefühlsmäßig etwas schwieriger für uns, dabei waren die Bedingungen gut.“ Mit Blick auf die wichtigen Zusatzpunkte, die am letzten Tag zu holen sind, fügte er hinzu: „Morgen ist der Tag, auf den es ankommt. Ich denke, der Kampf wird eng.“
Seit Donnerstag hatte sich Rovanperä ein spannendes Duell mit Ogier geliefert, das die beiden zu einer Bestleistung nach der anderen trieb. Auf den bis zum Ogier-Ausfall absolvierten zehn Prüfungen fuhr Rovanperä sechsmal die Bestzeit, Ogier war zweimal der Schnellste. Nach dem Ausscheiden des Franzosen konnten Takamoto Katsuta (Toyota, zwei Bestzeiten), Tänak und eben Neuville die schnellsten Zeiten auf den verbleibenden Samstags-WPs notieren lassen, die aber nicht ausreichten, um Rovanperä noch gefährlich zu werden.
Ogier nach Pech 2024 auch in diesem Jahr out
Für WM-Spitzenreiter Ogier bleibt die Central European Rallye kein gutes Pflaster: Bereits im Vorjahr schied er am Sonntag im Kampf um den Sieg mit Ott Tänak auf der vorletzten Prüfung unglücklich aus. Diesmal ereilte ihn das Schicksal auf der zweiten Samstagsprüfung: In voller Fahrt rutschte er von der Piste, prallte gegen einen Baum und drehte sich anschließend mit abgerissenem Rad von der Strecke. „Wir hatten einen Platten vorne links“, erklärt der Franzose, für den die bayerische Rallyeregion eine erklärte Wahlheimat ist. „Gleichzeitig hat ein Sensor nicht funktioniert, sodass wird das Reifenproblem nicht mitbekamen. Das Auto wollte dann einfach nicht einlenken, wir konnten nichts machen.“ (belga/sid/tf)

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