Missbrauch in der Kirche: Opfer erhalten zusätzlich 3.000 Euro Unterstützung

<p>Die katholische Kirche stellt neue Hilfe für Missbrauchsopfer bereit.</p>
Die katholische Kirche stellt neue Hilfe für Missbrauchsopfer bereit. | Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nach Angaben der Stiftung sind 1.591 Opfer von dieser Maßnahme betroffen. „Diese Forderung kam direkt von den Betroffenen selbst. Darum war es für uns eine Priorität und auch ein zentrales Thema dieser Begegnung“, sagte Jessika Soors, nationale Koordinatorin der Stiftung, bei dem Treffen in der Hauptstadt. Ziel sei es, den Zugang zu therapeutischer Hilfe zu erleichtern, solange ein endgültiger gesetzlicher Rahmen noch aussteht.

Auch die Kirchenleitung bekräftigte ihre Verantwortung. Erzbischof Luc Terlinden erklärte: „Die Kirche erkennt die Dringlichkeit und das tiefe Leid der Opfer sexuellen Missbrauchs an. Diese Unterstützung ist ein neues, greifbares Signal in einem breiteren Prozess von Wiedergutmachung und Verantwortungsübernahme.“

Schon heute erhalten anerkannte Opfer – nach Abschluss einer Vergleichsvereinbarung mit der Kirche – eine finanzielle Entschädigung zwischen 2.500 und 25.000 Euro, wie sie 2012 vom föderalen Parlament festgelegt wurde. Die nun angekündigten 3.000 Euro sollen zusätzlich gewährt werden.

Die Stiftung „Dignity“ und die katholische Kirche fordern zugleich die Kammer und die Föderalregierung auf, endlich ein umfassendes gesetzliches Rahmenwerk zu schaffen, das allen Opfern sexueller Gewalt – innerhalb wie außerhalb der Kirche – einen transparenten und gerechten Zugang zu Anerkennung und Unterstützung garantiert.

Im vergangenen Jahr wurden zudem 59 neue Fälle sexueller Gewalt innerhalb der Kirche gemeldet. In den kommenden Wochen sind Gedenkveranstaltungen in Brüssel, Lüttich und Antwerpen geplant.

So funktioniert die zusätzliche Unterstützung

Laut Jessica Soors werden alle anerkannten Opfer persönlich kontaktiert. Wer das Angebot annehmen möchte, kann sich bis zum 31. Dezember 2026 bei der Stiftung „Dignity“ melden. Nach Einreichen eines Formulars werde der Betrag innerhalb eines Monats ausbezahlt. Weitere Informationen erhalten Betroffene unter info@dignitybelgium.be. (belga/calü)

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