„Politik ist kein Solospiel, Politik ist ein Mannschaftssport“, begann er seine Ansprache, nachdem er seiner Vorgängerin Eva De Bleeker, seiner Mutter und seiner Partnerin gedankt hatte. „Gewinnen tue ich nicht allein. Gewinnen tun wir zusammen, Stimme für Stimme.“
Hier ein Interview mit De Gucht als frisch gewählter Präsident der flämischen Liberalen
Die Partei stehe schwer unter Druck, stellte De Gucht fest. „Und nicht nur unsere Partei, auch unsere Freiheiten stehen unter Beschuss. Autoritäre Führer, Populisten, Demagogen – sie stellen alles infrage, wofür wir stehen.“ Liberale würden in diesem Klima oft als „naiv, überholt und nicht mehr relevant“ dargestellt. „Es ist an der Zeit, dass unser wahres Wesen wieder sichtbar wird. Zeit, aus der Ecke zu kommen – Kopf hoch, entschlossen. Ein echter Belgier ist am stärksten, wenn er Underdog ist.“ Die Botschaft des neuen Parteichefs: „Der Staat darf nicht diktieren, er muss erleichtern. Er soll keine Mauern bauen, sondern verdammt noch mal Hindernisse beseitigen. Und die Politik darf die Dinge nicht verkomplizieren, sie muss sie einfacher machen. Es muss anders werden.“
De Gucht tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters Karel De Gucht, der die damalige VLD von 1999 bis 2004 leitete. Bekannt wurde Frédéric De Gucht als Vorsitzender der Brüsseler Stadtsektion nach den Wahlen im Oktober 2024 durch seine Rolle in den schwierigen Regierungsverhandlungen. Schon im Juli 2024 hatte er für den nationalen Parteivorsitz kandidiert, war damals aber nur Vierter geworden – gewählt wurde Eva De Bleeker. Diese trat im August zurück, nach einer turbulenten Amtszeit mit parteiinternen Zweifeln und schlechten Umfragewerten. „Die Erneuerung erfordert unglaublich viel Arbeit, und ich habe erkannt, dass ich das nicht allein stemmen kann“, erklärte De Bleeker damals. Der 39-Jährige, der bis zum Sommer CEO des Lütticher Glasherstellers Sprimoglass war, steht nun vor der Aufgabe, die Partei grundlegend zu erneuern. Bis Juni soll ein überarbeitetes Programm und möglicherweise auch ein neuer Parteiname vorliegen. (belga/sc)

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