Beziehungsformen im Wandel: Monogamie verliert an Selbstverständlichkeit

<p>Offene Beziehungen und alternative Partnerschaftsformen sind in Belgien weiter verbreitet, als viele annehmen.</p>
Offene Beziehungen und alternative Partnerschaftsformen sind in Belgien weiter verbreitet, als viele annehmen. | Illustrationsbild: picture alliance / dpa

Für die Untersuchung wurden 2.691 Belgierinnen und Belgier befragt. Zwei von drei Befragten bezeichneten sich selbst als monogam – ein Selbstbild, das jedoch nicht immer mit ihren tatsächlichen Erfahrungen übereinstimmt.

So gaben 29 Prozent der Teilnehmer an, bereits eine offene Beziehung geführt zu haben, in der Intimität oder Sexualität außerhalb der Partnerschaft im gegenseitigen Einverständnis stattfand. Zudem berichteten 16 Prozent, im Jahr 2024 nicht monogame Erfahrungen gemacht zu haben. 32 Prozent der Befragten erklärten, schon einmal eine geheime Beziehung, Affäre oder Liaison gehabt zu haben.

„Die Ergebnisse zeigen, dass nicht monogame Beziehungsformen häufiger vorkommen, als man gemeinhin annimmt“, sagt Professor Manuel Morrens, Mitautor der Studie. „Das deutet auf eine wachsende Vielfalt an Beziehungsmodellen hin – und auf eine größere Offenheit, alternative Formen des Zusammenlebens zu erkunden. Die Monogamie als gesellschaftliche Norm könnte zunehmend hinterfragt werden.“

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind laut Studie insgesamt gering, doch Männer berichteten etwas häufiger von nicht monogamen Erfahrungen. Nicht-heterosexuelle Personen gaben doppelt so häufig an, in nicht monogamen Beziehungen gelebt zu haben. (belga/rt)

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