Der promovierte Germanist und ehemalige Gymnasiallehrer prägte über drei Jahrzehnte das literarische Leben der Eifel und machte die Region weit über Rheinland-Pfalz hinaus zu einem festen Begriff in der deutschen Literaturlandschaft. Zierden, der von 1973 bis 1978 Germanistik und Geschichte an der Universität Trier studierte, war seit 1980 im Schuldienst tätig. Im Herbst 1994 rief er das Eifel-Literatur-Festival ins Leben, das er bis 2023 leitete. Die im zweijährigen Rhythmus stattfindende Veranstaltungsreihe entwickelte sich zum größten Literaturevent in Rheinland-Pfalz und zählt heute zu den bedeutendsten Lesefestivals Deutschlands. Mehr als 250 Autorinnen und Autoren, darunter Nobelpreisträger wie Günter Grass und Herta Müller, Bestsellerautoren wie Sebastian Fitzek und Frank Schätzing sowie Kultfiguren wie Elke Heidenreich oder Harry Rowohlt, waren zu Gast und zogen insgesamt über 100.000 Besucher an.
Neben seiner Tätigkeit als Festivalleiter war Josef Zierden als Publizist aktiv. Er arbeitete für das „Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“, für „Kindlers Literatur Lexikon“ und die Zeitschrift „Text & Kritik“, etwa zu Herta Müller und Martin Suter. Zudem veröffentlichte er zahlreiche literaturwissenschaftliche und regionalliterarische Beiträge. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt Zierden zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz (2007) und den Landesverdienstorden Rheinland-Pfalz (2013). Im vergangenen Jahr übergab er die Leitung des Festivals an seinen Sohn, Dr. Johannes Zierden, der die Arbeit seines Vaters als Leiter des Eifel-Literatur-Festivals fortsetzt. (red/mo)

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