Ärzte fordern dringende Maßnahmen gegen Bildschirmnutzung bei Kindern

<p>Hunderte Ärzte warnen vor den Folgen übermäßiger Bildschirmnutzung.</p>
Hunderte Ärzte warnen vor den Folgen übermäßiger Bildschirmnutzung. | Illustrationsfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Die Kinderärzte beobachten nach eigenen Angaben alarmierende Folgen des exzessiven Medienkonsums bei jungen Menschen. Sie berichten von einer deutlichen Zunahme an Kindern und Jugendlichen, die mit Schlafmangel, Angstzuständen, Konzentrationsproblemen, Identitätskrisen oder depressiven Beschwerden zu kämpfen haben. Auch Augenprobleme nehmen zu – viele Augenärzte unterstützen daher ebenfalls den offenen Brief. „Wir werden in der Praxis täglich mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, deren psychisches Wohlbefinden durch die ständige Bildschirmnutzung beeinträchtigt wird“, sagt der Psychologe Peter T. aus Gerhardsbergen.

Die Fachleute stellen negative Auswirkungen in allen Altersgruppen fest – teils sogar schon bei Kleinkindern. Dies könne zu einer gestörten geistigen Entwicklung und einer verminderten sozialen Anpassungsfähigkeit führen. Kinderpsychiater melden zudem eine Zunahme von Essstörungen und Suizidgedanken unter Jugendlichen, die sie direkt mit sozialen Medien in Verbindung bringen. „Unrealistische Darstellungen führen bei anfälligen Jugendlichen zu einem gestörten Selbstbild und ungesunden Essgewohnheiten“, erklärt die Psychologin Sara V. aus Grimbergen. „Ein Verbot unter einem bestimmten Alter ist dringend notwendig.“

Die Mediziner schlagen zudem mehrere konkrete Maßnahmen vor, um übermäßigen und unangemessenen Medienkonsum einzudämmen. So fordern sie eine dringende Überarbeitung der offiziellen Empfehlungen zu sozialen Medien, Smartphones und Bildschirmzeit bei Kindern und Jugendlichen. Außerdem plädieren sie für strengere europäische Vorschriften für Technologieunternehmen. Auffällig ist dabei ihre Forderung, das Mindestalter für soziale Medien anzuheben und Kinder unter zwölf Jahren aktiv zu schützen.

Der offene Brief wurde bereits im Mai veröffentlicht, erhält nun aber deutliche Unterstützung aus der Ärzteschaft. Zum Abschluss der Woche der psychischen Gesundheit richtet sich die Initiativgruppe Kids Unplugged, die den Brief verfasst hat, ausdrücklich an alle zuständigen flämischen Minister. (belga/nc)

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