„Keine Unterschrift = keine WM“, schrieb deren Präsidentin Jessica Mayon in einer am 7. August datierten E-Mail, die Belga einsehen konnte. Auf frankophoner Seite wollte man allerdings zunächst das Gespräch mit der Mehrkämpferin suchen, bevor Sanktionen verhängt würden. Die flämische Seite hielt das für unwichtig.
Knapp einen Monat nach der Causa Thiam und ihrem Rückzug bei der WM in Tokio ist die Lage innerhalb von Belgian Athletics – dem Dach aus Atletiek Vlaanderen und dem wallonischen Flügel (LBFA) – weiterhin angespannt.
Die E-Mails aus dem August zeigen, dass beide Ligen einverstanden waren, Thiam zur Unterschrift zu verpflichten, wenn sie bei der WM in Japan starten wollte. Am 6. August forderte Jonathan Nsenga, Leistungssportkoordinator der LBFA, Thiam per E-Mail zur Unterschrift auf. Tags darauf antwortete Managerin Helena Van der Plaetsen, Thiam wolle nicht unterschreiben, und fragte nach einem Gesprächspartner.
Am selben Tag folgten zahlreiche interne Nachrichten zwischen flämischer und frankophoner Seite. Der flämische Koordinator blieb eindeutig: „Dann melden wir sie nicht an“, man wolle „ein Exempel statuieren“. „Ich bin vollkommen einverstanden“, erwiderte Stéphanie Noël, technische Direktorin der LBFA.
LBFA-Präsidentin Jessica Mayon schlug gleichwohl ein Gespräch mit Thiams Management vor. Ludwig Peetroons, Ex-Direktor von Atletiek Vlaanderen, blockte mit Verweis auf frühere Probleme mit dem Management – etwa bei der EM 2018 in Berlin. Er wiederholte: „keine Unterschrift = keine Teilnahme“, eine Inhaltsdiskussion führe ins Endlose. Gery Follens, Präsident von Atletiek Vlaanderen, unterstützte die Linie, um Nachahmungseffekte zu vermeiden.
Später am Tag präzisierte Mayon per E-Mail, ein Gespräch sei keine Verhandlung – und bestätigte unmissverständlich: „Natürlich: ohne Unterschrift keine WM“. (belga/rt)

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