Im Gebiet deutscher Sprache sind vorwiegend Deutsch und Französisch die gelebten Alltagssprachen. Vor diesem Hintergrund befragte die Abgeordnete den Regierungschef, welche konkreten Maßnahmen geplant sind, um dieser Realität auch institutionell Rechnung zu tragen, insbesondere im Bereich der zweisprachigen Kommunikation mit den Bürgern, „nicht nur im Rahmen der ‚Woche für Deutsch‘“, wie Mauel dies in einer Mitteilung erklärte.
Mehr als 380 Verfahren auf wallonie.be in deutscher Sprache verfügbar.
Der Ministerpräsident bekräftigte, dass die Wallonie der sprachlichen Vielfalt große Aufmerksamkeit widme. Zwar bleibe der rechtliche Rahmen für eine offizielle Anerkennung der Wallonie als zweisprachige Region begrenzt, doch gehe die Verwaltung bereits heute freiwillig über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. So seien inzwischen mehr als 380 Verwaltungsverfahren auf der Plattform wallonie.be auch auf Deutsch verfügbar. Zudem würden neue Lösungen geprüft, um künftig auch aktuelle Inhalte in deutscher Sprache bereitzustellen. Die Wallonie unterstütze zudem seit mehreren Jahren die Initiative der „Association pour la Promotion de l’Allemand en Wallonie“ (APAW), die den dritten Mittwoch im Oktober offiziell als „Tag der deutschen Sprache“ im Süden des Landes etabliert hat. In diesem Jahr wird im Rahmen der „Gute Deutschwoche“ ein Schülerwettbewerb lanciert, bei dem kreative Plakate mit deutschen Redewendungen gestaltet werden.
Die Antwort des wallonischen Ministerpräsidenten zeigt laut Christine Mauel deutlich, „dass die Wallonie die Bedeutung der deutschen Sprache anerkennt. Nicht nur als Teil ihrer kulturellen Vielfalt, sondern auch als Chance für internationale Zusammenarbeit, Bildung und Wirtschaft“. Die „Woche für Deutsch“ sei dafür ein sichtbares Beispiel. Sie bringe Schulen, Kulturinstitutionen, Unternehmen und Bürger zusammen, „um das Deutsche lebendig und zugänglich zu machen“. Veranstaltungen wie Theaterstücke, Lesungen, Sprach-Workshops und Wettbewerbe verdeutlichten, dass „Mehrsprachigkeit ein echter Reichtum ist, den es in unserer Region zu pflegen und zu fördern gilt“.
„Als ostbelgische Abgeordnete liegt es mir besonders am Herzen, dass die deutsche Sprache in der Wallonie sichtbar und lebendig bleibt. Ich freue mich, dass der Ministerpräsident diesem Thema mit besonderer Sensibilität begegnet – nicht zuletzt, weil sein eigener Vater als Übersetzer und Dolmetscher für Deutsch tätig ist. Dieses Bewusstsein ist ein starkes Signal, um die Mehrsprachigkeit unserer Region weiter zu stärken“, wird die ostbelgische Regionalabgeordnete dazu in einer Pressemitteilung zitiert. (red/nc)

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