„Das ist ein positives Signal für die belgische E-Commerce-Branche, das wir natürlich begrüßen“, erklärt Greet Dekocker, Managing Director von Becom, in einem Presserundschreiben. „Aber wir müssen auch die nötigen Vorbehalte anbringen: Die unzuverlässigen und unsicheren Pakete, insbesondere aus China, sind ein europäisches Problem. Wenn andere EU-Länder keine Paketsteuer einführen, dann verlagert diese belgische Maßnahme das Problem nur – und ein Teil der Einnahmen geht verloren. Die Schnelligkeit, mit der Belgien handelt, ist bewundernswert, aber es braucht mehr.“
Der belgische Zoll rechnet bis Jahresende mit 1,4 Milliarden Importpaketen allein am Regionalflughafen Lüttich-Bierset – mit einem Steuerpotenzial von bis zu 2,8 Milliarden Euro. Becom fordert deshalb, einen Teil dieser Einnahmen in die Infrastruktur des Zolls zu reinvestieren.
„Lassen Sie uns einen Teil der 2 Euro pro Paket in moderne Scantechnologie für den Flughafen investieren und in den Aufbau eines sicheren Datenpools. So können wir mithilfe von Datenabgleich und visuellen Kontrollen die Verbraucher wirklich vor unsicheren, giftigen oder nicht verlässlichen Produkten schützen“, so Dekocker weiter.
Bei einem Treffen mit einer chinesischen Delegation zeigte sich, dass auch auf Seiten der Hersteller ein wenig Bewegung möglich ist. Von den rund 700.000 – meist kleinen – Produktionsbetrieben in China seien nur 13 Prozent in der Lage, die europäischen Regeln einzuhalten. Dennoch habe die chinesische Seite Bereitschaft signalisiert, mehr über EU-Vorschriften zu informieren und auf eine fairere Handelspraxis hinzuarbeiten. „Auch das ist ein Schritt in Richtung eines faireren Wettbewerbs für belgische Onlinehändler“, so Becom.
Insgesamt könnte die neue Paketsteuer für die rund 64.000 belgischen Webshops ein erster Schritt hin zu einer gerechteren Konkurrenzsituation sein. Becom unterstützt zudem weitere Maßnahmen, die auf EU-Ebene diskutiert werden – etwa die Abschaffung der 150-Euro-Wertgrenze, eine verschärfte Importverantwortung („Deemed Importer“) oder die Einrichtung einer europäischen Zolldatenbank.
„Wir stehen bereit, diese Initiativen zu unterstützen und zu einem politischen Rahmen beizutragen, der Integrität, Sicherheit und Fairness im belgischen E-Commerce-System garantiert“, betont Dekocker abschließend in der Mitteilung. (red/calü)

Kommentare
Die Packetsteuer ist ein Schuß ins eigene Knie,dann kommt entweder nichts mehr oder über andere Länder nach Belgien.Warum muss das winzige Belgien immer vorpreschen wollen.
Einfache Antwort - das Problem des kleinen Mannes...
Trotzdem ist diese Paketsteuer eine großartige Sache - nur wird erst ein Schuh draus, wenn "alle" mitmachen.
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2 Comments
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