GAIA fordert Verbot von Rodeos in Belgien: „Wir sind kein Land von Cowboys“

<p>Folklore aus den USA oder Tierquälerei? GAIA will Rodeos in Belgien stoppen.</p>
Folklore aus den USA oder Tierquälerei? GAIA will Rodeos in Belgien stoppen. | Foto: Frank May/dpa

„Rodeo hat in Belgien nichts verloren. Wir sind kein Land von Cowboys und Wildem Westen“, betont Sébastien de Jonge, seines Zeichens Kampagnenleiter der Tierschutzorganisation. „Wir haben den zuständigen Ministern einen detaillierten Bericht übermittelt und erwarten jetzt ein klares und schnelles Verbot.“

Was für die Zuschauer nach Wildwestromantik aussieht, basiert laut GAIA auf schmerzhaften Methoden. Bei den Disziplinen, bei denen Reiter versuchen, Pferde oder Bullen unter Kontrolle zu bringen, wird ein sogenannter Flankengurt festgezurrt – genau an einer extrem empfindlichen Stelle des Tieres. Die Folge: heftige Sprünge und Tritte, die zwar spektakulär wirken, in Wahrheit aber reine Abwehrreaktionen auf den Schmerz sind.

„Das Rodeo ist eine Praxis, die dem Geist des Tierschutzgesetzes in jeder Hinsicht widerspricht. Die Tiere werden gezielt physischen Zwängen ausgesetzt, die Schmerzen und Leiden verursachen“, erklärt Dr. François Sivine.

Noch drastischer sei das Kalb-Roping: Kälber, oft noch nicht einmal entwöhnt, werden mit einem Lasso brutal gestoppt, zu Boden gerissen und gefesselt. Dabei drohen Knochenbrüche, Nackenverletzungen oder sogar Erstickung. „In manchen Fällen werden zusätzlich Stromreize oder Metallsporen eingesetzt, um die Tiere zu noch heftigeren Reaktionen zu zwingen“, kritisiert GAIA.

GAIA und ehrenamtliche Beobachter dokumentierten entsprechende Praktiken zuletzt bei Rodeos in Westerlo (September 2024) und in Houyet (Mai 2025). Für Oktober ist ein weiteres Event in Bièvre angekündigt. In anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden oder Großbritannien sind Rodeos bereits verboten.

Laut GAIA widersprechen solche Veranstaltungen klar dem belgischen Tierschutzrecht. Sowohl der wallonische als auch der flämische „Code du bien-être animal“ verbietet vermeidbares Leid oder die öffentliche Zurschaustellung von Tieren, wenn diese dabei Schmerzen erleiden.

Eine Umfrage des Instituts Ipsos zeigt zudem: Mehr als 84 Prozent der Belgier wünschen sich ein Verbot von Rodeos. (red/calü)

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  • Glücklicherweise bleiben uns solche Veranstaltungen bisher in Ostbelgien erspart.

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