Zurzeit zählt der ostbelgische Chor unter der Leitung von Rainer Hilger zählt 24 Sängerinnen und Sänger. Das Repertoire umfasst eine stilistische Bandbreite von der geistlichen Musik des Mittelalters über A-capella-Werke der Renaissance und Romantik bis hin zur zeitgenössischen Chorliteratur. Auch populäre Arrangements gehören zu seinem Programm. Den Auftakt bildete das kurze Stück „Träg mi, Wind“ von Christian Dreo, welches in österreichischer Mundart vorgetragen wurde. Das fein gezeichnete meditative Werk entfaltete eine atmosphärische Wirkung. Es folgte „Die mit Tränen säen“, ein geistliches Werk des Frühbarocks vom Leipziger Komponisten Johann Hermann Schein. Die Carmina Viva-Interpretation bestach durch klare Harmonieführung.
„Hvad est du dog skøn“ (Wie schön Du doch bist) stammt vom norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843–1907). Der romantische Stil und die lyrische Melodik des Stücks erzeugten eine stimmungsvolle Atmosphäre. Rudi Tas gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen flämischen Komponisten. Sein „Ave Regina“ trug der Chor mit andächtiger Klanglichkeit vor. Auch das Stück „The Sun Never Says“ des Amerikaners Dan Forrest stammt von einem Komponisten der Gegenwart. Dieses beliebte Werk ist eine Ode an die Großzügigkeit der Natur.
Das bestens aufgelegte Vokalensemble sorgte anschließend mit dem Arrangement des populären Disco/Funk-Titels „Get Lucky“ von Daft Punk feat. Pharell Williams für einen echten Begeisterungssturm. Solche Poptranskriptionen stellen spezifische Herausforderungen an Präzision und Authentizität. Auch hier erwies sich der Chor als rhythmisch sicher und stimmlich flexibel. Das folgende „O Love“ von Elaine Hagenberg (USA) war ein typisches Beispiel für moderne Sakralmusik mit emotionalem Anspruch. Höchste Anforderungen an Präzision und Klangkontrolle erforderte das Werk „Deus ex machina“ des Polen Jakub Neske durch seine spektakulären Stakkatos. Auch die philippinische Volksweise „Leron, Leron Sinta“ meisterte Carmina Viva mit Bravour. Ein bekanntes Abschiedslied ist das schottische Traditional „Auld Lang Syne“. Das Arrangement von Dan Forrest erzeugte Spannung, ohne die melodische Klarheit zu verlieren. Hierbei wurde der Chor vortrefflich von Aline Beckers (E-Piano) und Sylke Tegtmeier (Querflöte) begleitet. Natürlich entließ das Publikum Ostbelgiens Spitzenchor nicht ohne zwei Zugaben. Neben „Momentary“ von Olafur Arnalds in einer Bearbeitung von Rainer Hilger erklang zum Abschied „Alles das kann nur Musik“ von Carsten Germitz und Oliver Gies. Der Titel spricht für sich und gilt als die gesangliche Visitenkarte von Carmina Viva. Vor dem Konzert fand zu Ehren des Franziskus von Assisi eine Gedenkmesse statt. Auf den Tag genau 800 Jahre nach dem Tod des Heiligen nutzte Dechant Helmut Schmitz die Gelegenheit, den historischen Bezug herzustellen und erinnerte an das segensreiche Wirken der Patres im Eupener Land sowie in Südbrasilien.
Für die zahlreichen Besucher war das Konzert ein außergewöhnliches Hörerlebnis und für die Veranstalter ein würdiger Abschluss der Jubelfeiern. (red/mcfly)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren