Bei der Regierungskontrolle am Montag war es wieder so weit. Der Vivant-Parlamentarier Michael Balter blickte nochmal auf das zurück, was in den letzten Jahren in Sachen Eyneburg passiert ist, und zielte in Fragen an Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) auf die aus seiner Sicht fehlende Transparenz. Balter wollte wissen, ob der Konzessionsvertrag mit der Eyneburg bereits rechtskräftig ist, welcher verbindliche Zeitplan gilt und welche zusätzlichen Kosten über Ankauf, Sicherung und Erstinstandsetzung hinaus vorgesehen sind.
Die DG-Regierung habe Ende Januar 2023 den Ankauf der Eyneburg formalisiert, um das Baudenkmal „vor dem endgültigen Verfall“ zu bewahren, antwortete Ministerpräsident Paasch. Ein Statikgutachten habe 65 dringende sowie 75 weitere Gebäudemängel dokumentiert. Daraufhin habe das Konsortium Greisch/Moneo ein 92-seitiges Vorprojekt ausgearbeitet, das die notwendigen Sicherungsarbeiten vorbereiten sollte. Nach einer öffentlichen Ausschreibung sei schließlich das Unternehmen RC Reno aus Ciney beauftragt worden, das über einschlägige Referenzen bei der Aufwertung historischer Bauten verfüge. „Die beauftragten Arbeiten betreffen dringende Dachsanierungen, notwendige Stabilisierungen und Absicherungen der historischen Kapelle und der Mauerwerke sowie andere Maßnahmen, die darauf abzielen, den weiteren Verfall des Denkmals zu verhindern. Die Arbeiten sind am 29. September gestartet“, sagte Oliver Paasch.
„Hiermit wird die Deutschsprachige Gemeinschaft ihrem Auftrag als verantwortliche Denkmalschutzbehörde gerecht. Es gilt, eines der bemerkenswertesten Denkmäler Ostbelgiens vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Parallel zu den Sicherungsmaßnahmen laufen mit Blick auf die künftige Zweckbestimmung der Burg die Verhandlungen mit externen Investoren fort“, fügte der Eupener Regierungschef hinzu.
Die „Finalisierung“ eines rechtswirksamen Konzessionsvertrags setze aber die Umsetzung architektonischer Vorstudien voraus, aus denen die notwendigen Renovierungs- und Investitionsbedarfe belastbar hervorgingen. Die Ausschreibung eines architektonischen Dienstleistungsauftrags laufe noch bis zum 20. Oktober. Die Vorstudien sollen im ersten Halbjahr 2026 durchgeführt werden, wonach die erzielten Erkenntnisse in einen Konzessionsvertrag einfließen könnten, meinte Oliver Paasch.
Denkmalschutz sei „natürlich wichtig“, sagte Michael Balter, aber das Ganze selber verwalten sei eine ganz andere Sache, fügte er hinzu. Hier müsse man aufpassen, da die DG bereits einige „Millionengräber“ habe. (sc)

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