Flughafen Brüssel testet Notfallabläufe bei schwerer Turbulenz

<p>Rund 300 Einsatzkräfte nahmen an der Großübung am Flughafen Brüssel teil, bei der ein Turbulenz-Zwischenfall simuliert wurde.</p>
Rund 300 Einsatzkräfte nahmen an der Großübung am Flughafen Brüssel teil, bei der ein Turbulenz-Zwischenfall simuliert wurde. | Foto: belga

Das Szenario sah vor, dass ein Flugzeug von Brussels Airlines auf dem Weg nach Zaventem in schwere Turbulenzen geriet. Die Übung sollte die Einsatz- und Rettungsabläufe bei solchen Vorfällen testen, die nach Angaben des Flughafens zunehmend häufiger auftreten. Erst im Sommer hatte es einen realen Zwischenfall auf einem Delta-Airlines-Flug gegeben, bei dem 25 Personen ins Krankenhaus mussten.

Gegen 12.30 Uhr meldete der Pilot die fiktive Notsituation. Feuerwehr, föderale Polizei und medizinische Einsatzkräfte erwarteten die Maschine auf dem Rollfeld. Rund 20 Passagiere blieben unverletzt, etwa 30 wurden schwerer verletzt. Sie wurden zu einer provisorischen medizinischen Station in der Nähe der Flughafenfeuerwache gebracht, wo eine Triage und Weiterverlegung in umliegende Krankenhäuser erfolgte.

„In unserem Szenario gab es keine Brand- oder Explosionsgefahr, daher konnten die Passagiere zwar etwas langsamer, aber unter bestmöglicher medizinischer Betreuung evakuiert werden“, erklärte Bruno Binst, Teamleiter Katastrophenschutz des Roten Kreuzes Flämisch-Brabant. „Die fiktiven Patienten litten vor allem unter Kopf-, Hals- und Wirbelsäulenverletzungen, die besonders vorsichtig behandelt werden müssen.“

Auch die Krisenkommunikation wurde geübt. Um 16 Uhr fand eine simulierte Pressekonferenz statt, an der Provinzgouverneur Jan Spooren, Vertreter von Brussels Airport und Brussels Airlines sowie Winne Haenen, föderaler Gesundheitsinspektor für Flämisch-Brabant und Limburg, teilnahmen.

Eine umfassende Evaluation der Übung steht noch aus, doch die Beteiligten zeigten sich zufrieden. „Es war eine gute Übung, aus der wir viel lernen können“, sagte Haenen. „Natürlich ist der Druck auf die Freiwilligen bei einer Übung geringer als in einer echten Notlage, aber wir haben wertvolle Erkenntnisse gewonnen – etwa zur Zusammenarbeit der Dienste und zur zeitlichen Abstimmung der Abläufe.“

Der Flugbetrieb auf dem Flughafen lief während der gesamten Übung normal weiter. Die Simulation war Teil der Sicherheitsanforderungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die für alle internationalen Flughäfen in Europa verbindlich sind. (belga/rt)

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