Mehr Diskriminierung in Brüssel – Arbeitsmarkt besonders betroffen

<p>Unia registrierte 2024 in Brüssel 487 Diskriminierungsdossiers – besonders häufig im Bereich Arbeit und Wohnen.</p>
Unia registrierte 2024 in Brüssel 487 Diskriminierungsdossiers – besonders häufig im Bereich Arbeit und Wohnen. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-tmn

Den größten Anteil machen Beschwerden im Bereich Beschäftigung aus: 43 Prozent der Brüsseler Dossiers (208 Fälle) betreffen den Zugang zum Arbeitsmarkt. Das ist nicht nur ein Anstieg gegenüber 2022, sondern auch der höchste Wert seit fünf Jahren. Laut Unia haben viele Bevölkerungsgruppen nicht die gleichen Chancen auf eine Stelle. Wenn eine Ablehnung auf gesetzlich geschützten Kriterien beruht, handelt es sich um Diskriminierung. In Brüssel sind dies vor allem sogenannte „rassische“ Kriterien wie Hautfarbe, Herkunft, Nationalität oder Abstammung – sowie Behinderung.

Auch im Bereich Wohnungsmarkt bleiben Diskriminierungen ein Thema: Fast 40 Prozent der Dossiers im Bereich „Güter und Dienstleistungen“ betreffen die Wohnungssuche. Diese Zahl ist seit fünf Jahren stabil, bildet laut Unia jedoch nur einen Teil der Realität ab, da Benachteiligungen beim Wohnen oft schwer nachzuweisen sind.

Die Kombination aus Wohnraummangel in Brüssel und hoher Nachfrage – 62 Prozent der Einwohner sind Mieter – verschaffe Vermietern große Auswahlmöglichkeiten. Das führe dazu, dass sie sehr selektiv vorgehen und dabei auch diskriminieren könnten, ohne dass dies immer belegt werden könne, warnt Unia. (belga/rt)

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