Viele Brüsseler Obdachlose leiden unter Sucht und psychischen Problemen

<p>Viele Obdachlose in Brüssel sind von Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen betroffen.</p>
Viele Obdachlose in Brüssel sind von Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen betroffen. | Foto: belga

Die Untersuchung basiert auf den jährlichen Profilen der Organisation Diogenes, die sich um die Betreuung von Obdachlosen kümmert. Beteiligt waren der KU-Löwen-Forscher Stef Adriaenssens, der Streetworker Bert De Bock sowie die Professorin Mieke Schrooten (Hochschule Odisee).

Der Studie zufolge handelt es sich bei der Mehrheit der Betroffenen um Männer. Mehr als zwei Drittel besitzen nicht die belgische Staatsangehörigkeit. Vor allem Polen und Rumänen sind unter den ausländischen Gruppen stark vertreten, darunter eine bedeutende Minderheit von Angehörigen der Roma. Viele haben nur einen prekären Aufenthaltsstatus oder gar keine gültigen Papiere. Insgesamt leidet rund die Hälfte der Obdachlosen gleichzeitig unter Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen wie Psychosen oder Depressionen.

Nicht alle sind jedoch gezwungen zu betteln. Obdachlosigkeit und Bettelei hängen unter anderem von Geschlecht, Herkunft, Abhängigkeit und anderen Einkommensquellen ab. So betteln etwa 45 Prozent der obdachlosen Frauen, bei den Männern sind es 35 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit steigt deutlich, wenn eine Sucht vorliegt.

Unter den Befragten, die betteln, gaben über 40 Prozent an, von Alkohol- oder Drogenabhängigkeit betroffen zu sein. Auch die Herkunft spielt eine wichtige Rolle: Besonders Angehörige der Roma sind stark von Bettelei betroffen. Umgekehrt sinkt das Risiko für jene, die andere Einkünfte haben – etwa eine Eingliederungsbeihilfe oder Sozialleistungen. Fehlen solche Unterstützungen, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, betteln zu müssen. (belga/rt)

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