Der Fonds für wissenschaftliche Forschung (FNRS) hat am Donnerstag drei renommierte Wissenschaftspreise verliehen. Ausgezeichnet wurden zwei Forscherinnen der Katholischen Universität Löwen (UCL) sowie ein Forschungsteam der Freien Unviersität Brüssel(ULB).
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Amandine Everard (UCL) erhielt den Endocrinology, Diabetes and Metabolism Award – EDMA 2025 für ihre Arbeiten zum menschlichen Darmmikrobiom. Sie konnte zeigen, dass die Darmflora das Belohnungssystem beim sogenannten hedonischen Essen – also beim Verzehr bestimmter Lebensmittel aus Genuss – beeinflussen kann. Ihre Forschung eröffnet neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Adipositas und damit verbundenen Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes.
Sophie Wuyckens (UCL) wurde mit dem Antonella Karlson Award 2025 für ihre Dissertation zur Protonentherapie ausgezeichnet. Diese präzisere Form der Strahlentherapie könnte künftig eine Alternative zur klassischen Radiotherapie sein, die heute bei fast der Hälfte aller Krebspatienten eingesetzt wird. Wuyckens erforschte die sogenannte Bogen-Protonentherapie, die Tumore aus Hunderten von Winkeln bestrahlt. Damit lässt sich die Wirksamkeit erhöhen und das gesunde Gewebe besser schützen.
Der Prix du Centre d’Études Princesse Joséphine-Charlotte 2025 ging an Simon Dellicour und Marius Gilbert (ULB). Das Duo wurde für seine Arbeiten im Kampf gegen Virusinfektionen geehrt. Laut Jury zählen die beiden zu den Pionieren einer neuen Richtung in der Epidemiologie, die räumlich-zeitliche Ausbreitungsmuster (räumliche Epidemiologie) mit genetischen Analysen von Krankheitserregern (molekulare Epidemiologie) kombiniert. (belga/rt)
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