Brüssel wächst weiter – trotz Abwanderung ins Umland

<p>Die Region Brüssel zählte zum Jahresbeginn 1.255.795 Einwohner – so viele wie nie zuvor.</p>
Die Region Brüssel zählte zum Jahresbeginn 1.255.795 Einwohner – so viele wie nie zuvor. | Foto: belga

Damit widerspricht die Entwicklung der oft geäußerten These eines verstärkten Stadtflucht-Phänomens. Zwar ziehen weiterhin mehr Menschen von Brüssel nach Flandern oder in die Wallonie, als von dort in die Hauptstadtregion übersiedeln. Dennoch wächst die Bevölkerung – und das nun schon im 29. Jahr in Folge. Noch nie lebten so viele Menschen in Brüssel.

Das Wachstum lag 2024 bei 0,50 Prozent. Damit lag Brüssel über der Wallonie (0,34 %), aber unter Flandern (0,63 %). Gegenüber 2023 fiel der Zuwachs schwächer aus, noch deutlicher im Vergleich zu 2022, als die Ukraine-Krise und eine hohe internationale Zuwanderung für außergewöhnliche Zahlen sorgten. Zugleich war das Wachstum 2024 aber stärker als in den Pandemiejahren 2020 und 2021.

In Brüssel kamen im vergangenen Jahr 13.830 Kinder zur Welt – 150 weniger als 2023. Damit setzt sich der Rückgang seit 2015 zwar fort, fällt aber so gering aus wie noch nie. Mit einer Geburtenrate von 11,0 ‰ liegt die Hauptstadtregion klar vor Flandern (9,0 ‰) und der Wallonie (8,8 ‰).Die Sterbefälle waren 2024 so niedrig wie nie zuvor: 8.500 Todesfälle wurden registriert, 80 weniger als im Vorjahr. Die Sterberate von 6,8 ‰ liegt deutlich unter jener in Flandern (9,6 ‰) und in der Wallonie (10,3 ‰).

Während der Wanderungssaldo innerhalb Belgiens weiterhin negativ bleibt (43.000 Fortzüge, 25.100 Zuzüge), gleicht die internationale Migration dies mehr als aus: Das Plus lag 2024 bei 19.398 Personen. Zwar weniger als 2023 (+21.443) und deutlich weniger als 2022 (+31.685), aber immer noch klar über den Jahren nach dem demografischen Boom 2007–2012.

In 15 der 19 Brüsseler Gemeinden wuchs die Bevölkerung. Am stärksten in Anderlecht mit +2.143 Personen (+1,7 %), gefolgt von Evere, Saint-Josse-ten-Noode und Forest (jeweils +1 %). Die Stadt Brüssel selbst legte um 1.486 Einwohner zu (+0,7 %).Rückgänge verzeichneten Etterbeek (-1,3 %), Saint-Gilles (-1,0 %) und Schaerbeek (-0,5 %). Dort sinkt die Bevölkerung seit mehreren Jahren kontinuierlich. Das IBSA erklärt dies mit einer demografischen Umstrukturierung: kleinere Haushalte ziehen in Wohnungen ein, die zuvor von größeren Familien bewohnt wurden. (belga/rt)

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