Im dritten Quartal dieses Jahres waren demnach Organisationen im Schnitt jeweils 1.249 Cyberangriffen pro Woche ausgesetzt. Während der Gesundheitssektor mit 2.254 Attacken weiterhin die am meisten betroffene Branche bleibt, legte der Energiesektor um satte 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu – ein alarmierender Rekordwert.
„Check Point Research“ warnt vor einer strukturellen Entwicklung: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten immer stärker ins Fadenkreuz. Viele von ihnen haben ihre Digitalisierung beschleunigt, verfügen aber nicht über ausreichend geschultes Personal, technologische Mittel oder finanzielle Ressourcen, um sich gegen immer raffiniertere Angriffe zu schützen.
Brisant: Die belgische Wirtschaft hängt in hohem Maße von diesen KMU ab – doch eine klare nationale Strategie, um sie gezielt bei der Abwehr von Cyberangriffen zu unterstützen, fehlt bislang.
Neben den wirtschaftlichen Schwachstellen spielt auch die geopolitische Lage eine Rolle. Belgien beherbergt nicht nur die EU-Institutionen in Brüssel, sondern auch kritische Infrastrukturen wie die Häfen von Antwerpen und Zeebrugge. Für Hackergruppen mit finanziellen oder politischen Motiven ist das Land damit ein lohnendes Angriffsziel.
Die Natur der Attacken hat sich zudem drastisch verändert. Was einst harmlose Phishing-Mails waren, ist heute zu einem professionellen kriminellen Ökosystem herangewachsen: Ransomware-as-a-Service (Erpressungssoftware zum Mieten), KI-gestützte Schadprogramme und spezialisierte Händler, die kompromittierte Systemzugänge weiterverkaufen.
Aktuell verteilen sich die Angriffswege fast gleichmäßig: 49 Prozent laufen über infizierte E-Mails, 51 Prozent über manipulierte Webseiten. (belga/calü)

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