Tihange 1 ist bereits der vierte belgische Reaktor, der stillgelegt wird – nach Doel 3, Tihange 2 und Doel 1. Ende November folgt mit Doel 2 der nächste. Übrig bleiben dann nur noch zwei Meiler: Doel 4 und Tihange 3. Deren Laufzeit wurde aus Gründen der Versorgungssicherheit bis 2035 verlängert.
Mit der Netztrennung beginnt jetzt eine langwierige Phase: Zunächst wird der Reaktor entladen und das Brennmaterial über Jahre hinweg kontrolliert abgekühlt, bevor es in ein Zwischenlager transportiert wird. Parallel dazu wird der Primärkreislauf chemisch gereinigt. Diese Arbeiten werden sich bis weit in die zweite Hälfte des Jahrzehnts ziehen.
Erst 2028 startet die eigentliche Rückbauphase, die bis 2040 dauern soll. Dann steht unter anderem auch die spektakuläre Zerlegung des Reaktordruckbehälters an.
Ein Stück belgische Energiegeschichte
Der Bau von Tihange 1 begann 1969 am Ufer der Maas bei Huy in der Provinz Lüttich. Am 1. Oktober 1975 speiste der 962-Megawatt-Reaktor erstmals Strom ins Netz. Eigentümer waren zu gleichen Teilen Engie und EDF Belgium. Eigentlich sollte der Meiler bereits 2015 vom Netz gehen. Wegen der angespannten Versorgungslage wurde seine Laufzeit jedoch um zehn Jahre verlängert – bis jetzt. (belga/calü)

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