Radon-Kampagne startet: Unsichtbares Gas als Risiko für belgische Häuser

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Die Radonbelastung ist laut FANK imSüden des Landesbesonders hoch. | Foto: FANK

Ab dem 1. Oktober läuft wieder die Radon-Aktionskampagne, mit der Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen werden, die Belastung in ihren eigenen vier Wänden zu messen. Der Grund: Radon ist ein radioaktives Gas, das natürlich im Boden und in Gestein vorkommt – und das ernsthafte Gesundheitsrisiken birgt, sobald es sich in Innenräumen anreichert.

„Radon ist tückisch, weil es farb-, geruchs- und geschmacklos ist“, erinnert die wallonische Verwaltung. Das Gas kann durch Risse, Sanitäranlagen oder Wasserleitungen ins Haus eindringen. Im Freien ungefährlich, erhöht es in geschlossenen Räumen das Risiko für Lungenkrebs erheblich – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Radon nach dem Tabakkonsum die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

So funktioniert die Messung

Zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember können Interessierte für 15 Euro einen Radon-Detektor auf der Webseite der Kampagne bestellen. Im Preis enthalten sind Analyse und Diagnose. Das Gerät wird am besten im Erdgeschoss in einem häufig genutzten Raum aufgestellt – und zwar für drei Monate zwischen Oktober und April. Anschließend wird der Detektor zurückgeschickt, im Labor ausgewertet und die Teilnehmer erhalten einen Bericht mit Empfehlungen.

Weil Radon aus dem Untergrund entweicht, ist das Risiko je nach Region unterschiedlich. Laut der föderalen Atomaufsichtsbehörde FANK sind vor allem der Süden des Landes betroffen. Besonders gefährdet sind demnach die Regionen Verviers, Bastogne, Neufchâteau, Dinant, Marche-en-Famenne sowie die Provinz Wallonisch-Brabant. Dort überschreiten zwischen 5 und 10 Prozent der Häuser den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter. (belga/calü)

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