„Seit 2022 sehen wir keine echte Erholung im Bau- und Installationssektor“, betont Niko Demeester, CEO von Embuild. Auch 2025 werde es keine Trendwende geben: „Wir erwarten heuer Nullwachstum – und 2026 sogar einen leichten Rückgang.“
Mehr als die Hälfte der befragten Firmen berichtet, dass ihre Auftragsbücher schmaler gefüllt sind als üblich. Im Schnitt reichen die bestehenden Aufträge noch für knapp vier Monate (3,8 Monate). Hoffnung auf kurzfristige Besserung haben nur wenige: Lediglich 7 % erwarten steigende Geschäfte im vierten Quartal. Ein Drittel rechnet im Gegenteil mit einer weiteren Verschlechterung. Für das Jahr 2026 sehen gerade einmal 13 % Wachstumsperspektiven.
Wohnungsbau besonders betroffen
Am stärksten unter Druck steht der Wohnungsbau: 61 % der Unternehmen in diesem Segment erwarten sinkende Aktivität in den kommenden Monaten. Auch die Sanierungsbranche teilt diesen Pessimismus – 52 % der Firmen gehen von einem Rückgang aus.
Für Embuild ist das besonders alarmierend: „Wir brauchen jedes Jahr rund 75.000 zusätzliche Wohnungen, um eine echte Wohnungskrise zu verhindern“, warnt Demeester.
Die Gründe für die Flaute sind vielfältig: In den vergangenen fünf Jahren sind die Baukosten um ganze 29 Prozent gestiegen. Hinzu kommen höhere Kreditzinsen, die Investitionen deutlich erschwert haben, auch wenn sich die Lage seit rund einem Jahr stabilisiert hat. Zusätzlich leidet die Branche unter immer komplexeren Genehmigungsverfahren und strengeren Nachhaltigkeitsauflagen, die Bauprojekte verzögern und verteuern.
Demeester fordert deshalb einen klaren Kurswechsel in der Politik: „Wir brauchen eine Strategie, die Bauen und Renovieren wieder ins Zentrum der Prioritäten stellt – statt zusätzliche Hürden aufzubauen.“
An der Umfrage nahmen 239 Bau- und Installationsunternehmen aus ganz Belgien teil. (belga/calü)

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