Eine Legende des Kinos: Claudia Cardinale ist tot

<p>Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004</p>
Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004 | Foto: Vidal/epa efe/dpa

Cardinale, die 1938 in Tunis geboren wurde, starb am Dienstag in Nemours südlich von Paris „im Beisein ihrer Kinder“, wie ihr Agent mitteilte. „Sie hinterlässt uns das Vermächtnis einer freien und inspirierten Frau – sowohl in ihrem Leben als auch in ihrer Kunst“, hieß es weiter.

Zu ihren größten Erfolgen zählen Klassiker wie „Der Leopard“ (1963) von Luchino Visconti oder Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968). Für ihre Karriere, die sich über fast sechs Jahrzehnte erstreckte, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig (1993) und den Goldenen Bären der Berlinale (2002). Claudia Cardinale arbeitete mit großen Regisseuren Italiens wie Visconti, Bolognini, Zurlini und Squitieri, glänzte in Hollywood bei Blake Edwards, Richard Brooks und Henry Hathaway, spielte in Frankreich u. a. für Philippe de Broca und Henri Verneuil und drehte sogar in Deutschland mit Werner Herzog (Fitzcarraldo). „Ich hatte das Glück, in den magischen Jahren des Kinos zu beginnen. Alle großen Regisseure waren meine Lehrmeister – ich habe nie jemanden angerufen, sie haben mich gesucht“, sagte sie im Alter von 74 Jahren in einem Interview mit „France Culture“.

<p>Porträt von Claudia Cardinale, August 1961.</p>
Porträt von Claudia Cardinale, August 1961. | Foto: Photo News

Fast drei Jahrzehnte lebte sie mit dem neapolitanischen Regisseur Pasquale Squitieri zusammen, ihrem „einzigen großen Liebespartner“ und Vater ihrer Tochter Claudia. Bis 2011 entstanden zehn gemeinsame Filme. 2017 wählte das Filmfestival von Cannes für sein offizielles Plakat ein Jugendfoto von Cardinale – als Hommage an eine „abenteuerlustige Schauspielerin, unabhängige Frau und engagierte Bürgerin“. Jungen Schauspielerinnen riet Cardinale stets, sich nicht für Rollen zu entblößen oder alles anzunehmen: „Das kann euch zerstören oder euch das Gefühl geben, euch zu verkaufen.“ (afp/belga/sc)

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