Insgesamt kamen die Zugreisenden im vergangenen Jahr auf 10,394 Milliarden Reisekilometer. Das sind weniger als 2023 (10,441 Milliarden) und deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019 (10,849 Milliarden). Damit fällt die SNCB unter die vertraglich festgelegte Mindestgrenze und muss ein Sanierungs- bzw. Verbesserungsprogramm vorlegen. Außerdem droht eine finanzielle Sanktion.
Die Zielvorgabe für 2024 lag bei 10,963 Milliarden Kilometern, die untere Schwelle bei 10,415 Milliarden – also knapp über dem tatsächlichen Ergebnis.
Interessant: Die Zahl der Fahrgäste stieg leicht auf 245,1 Millionen. Das bedeutet: Die Menschen fahren zwar häufiger Zug, aber die Strecken sind im Schnitt kürzer. Als Erklärung gelten anhaltendes Homeoffice und ein Trend zu mehr Kurzstreckenfahrten.
Das Ministeriumsreport bewertet die SNCB anhand von zwölf Kriterien. Bei dreien übertraf das Unternehmen die Erwartungen, bei zweien blieb es klar darunter. Neben der geringeren Zahl an Reisekilometern schnitt die SNCB auch bei der Verfügbarkeit der Züge schlecht ab – vor allem wegen Wartungsarbeiten.
Punkten konnte die Bahn hingegen bei der Fahrgastinformation bei Störungen, beim Energieverbrauch der Elektrozüge und bei der CO₂-Bilanz. Insgesamt resultieren aus dem Mix von drei Boni und zwei Maluszahlungen noch 417.000 Euro Prämie, die die SNCB nach eigenen Angaben in Projekte zur Verbesserung des Arbeitsumfelds für ihre Mitarbeitenden investieren will. (belga/calü)

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