Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Unterschriftenkampagne läuft parallel zum Ende der parlamentarischen Anhörungen zu diesem Thema. Canopea fordert die Regierungsmehrheit bestehend aus MR und Les Engagés daher auf, jetzt „signifikante Fortschritte“ beim Schutz von Gesundheit und Umwelt zu beschließen.
Die sechs Petitionen, die bis zum 17. September insgesamt 43.722 Unterschriften gesammelt haben, fordern unter anderem ein vollständiges Verbot von Pestiziden mit PFAS in der gesamten Wallonie. Außerdem verlangen sie besseren Schutz für Anwohner in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sowie die Sicherung der Trinkwasserfassungen durch ein striktes Verbot in den Schutzzonen.
Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: einen raschen Ausstieg aus dem Pestizideinsatz – verbunden mit starker Unterstützung für Landwirte, damit diese den Wandel in der Landwirtschaft erfolgreich bewältigen können.
Kritik an fehlendem politischen Mut
Canopea erinnert daran, dass die wallonische Regionalregierung eine klare Vision für den landwirtschaftlichen Wandel vorlegen müsse – sowohl mit Blick auf Förderungen für umweltfreundlichere Anbaumethoden als auch beim Aufbau neuer Vertriebswege und Konsummuster.
„Bürgerinnen und Bürger, Landwirte, die das Risiko eingegangen sind, anders zu produzieren, die Umwelt und das öffentliche Gesundheitssystem haben schon lange genug für fehlenden Mut und fehlende politische Weitsicht bezahlt“, erklärt die Organisation.
Breite Bürgerbewegung
In den vergangenen Monaten sind zahlreiche Bürgerinitiativen und politische Bewegungen mit ähnlichen Forderungen entstanden. „Die sehr spontane Entstehung dieser Bewegungen zeigt, wie groß die Sorge der Bevölkerung über die Folgen des Pestizideinsatzes ist“, betont Agathe Defourny, politische Koordinatorin bei Canopea. Auch wenn diese Gruppen bislang kaum miteinander vernetzt seien, eint sie der Ruf nach einem „echten politischen Aufbruch“ und einem entschlossenen Umgang mit den Gesundheitsrisiken.
Canopea richtet den Blick klar auf die MR und Les Engagés: Nur wenn beide Parteien gemeinsam mutige Maßnahmen ergreifen, könne die „allgegenwärtige Pestizidverschmutzung“ gestoppt und die damit verbundene gesundheitliche Last für die Bevölkerung reduziert werden. „Die Politik der kleinen Schritte mag ihren Platz haben – doch für die mobilisierten Bürgerinnen und Bürger reicht Stillstand längst nicht mehr“, so das Fazit der Umweltorganisation. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren