Stammzellspende rettet Leben: Belgische Zahlen zeigen starken Anstieg

<p>Mehr als 4.000 Stammzelltransplantationen in Belgien in nur zehn Jahren</p>
Mehr als 4.000 Stammzelltransplantationen in Belgien in nur zehn Jahren | Foto: Marijan Murat/dpa

Bei den ausgewerteten Eingriffen handelt es sich ausschließlich um allogene Transplantationen, bei denen die Stammzellen nicht vom Patienten selbst, sondern von einem Spender stammen. Rund 40 Prozent dieser Transplantationen fanden innerhalb der Familie statt, in 60 Prozent der Fälle kam die Hilfe von fremden Spendern – vermittelt über das belgische oder internationale Register. Seit Einführung der Technik in den 1970er-Jahren wurden hierzulande bereits mehr als 10.000 Stammzelltransplantationen durchgeführt.

Letzte Hoffnung bei Leukämie & Co.

Eine Stammzelltransplantation ist oft die einzige Therapie, die Leben retten kann – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Sie kommt etwa bei Leukämie oder angeborenen Erkrankungen des Knochenmarks zum Einsatz, wenn der Körper nicht mehr genug gesunde Blutzellen produziert.

Die Chance auf einen passenden Spender ist in der Familie vergleichsweise hoch: Bei Geschwistern liegt sie bei eins zu vier. Außerhalb der Familie sinkt die Wahrscheinlichkeit drastisch – auf eins zu 50.000. Deshalb sind große internationale Register unverzichtbar.

Belgien ist Teil eines weltweiten Netzwerks

Im belgischen Register sind derzeit rund 82.000 freiwillige Spender erfasst, zwei Drittel davon Frauen. Weltweit sind es mehr als 42 Millionen. Die Zahl der belgischen Patienten, die jedes Jahr über das Register auf der Suche nach einem passenden Spender sind, steigt stetig: von 200 im Jahr 2006 auf 525 im vergangenen Jahr.

Ein Problem bleibt jedoch die ethnische Herkunft: Während Patienten europäischer oder kaukasischer Abstammung zu 96 Prozent eine passende Spende finden, sinkt die Quote bei Menschen mit afrikanischen, türkischen oder gemischten Wurzeln auf lediglich 66 Prozent. Daher werben die Organisationen besonders um Spender mit vielfältigen Hintergründen.

Neben den allogenen Eingriffen kommen in Belgien auch autologe Transplantationen zum Einsatz, bei denen die Patienten ihre eigenen, gesunden Stammzellen erhalten. In den vergangenen zehn Jahren waren das über 4.500 solcher Transplantationen, seit den 1970er-Jahren sogar mehr als 14.000. (belga/calü)

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