Gesundheitsreform: „Kiné“-Besuch künftig auch ohne ärztliche Verschreibung möglich

<p>Neuregelung in Belgien: Künftig Physio ohne Überweisung und per Videokonsultation.</p>
Neuregelung in Belgien: Künftig Physio ohne Überweisung und per Videokonsultation. | Foto: Robert Michael/dpa

Bislang ist eine ärztliches Verschreibung zwingend notwendig, damit die Krankenkassen eine Behandlung erstatten. In Zukunft soll das System schrittweise geöffnet werden. Zunächst sollen Patienten mit milderen Leiden – wie etwa Rückenschmerzen – direkt einen Termin beim „Kiné“ vereinbaren dürfen. Später könnten auch schwerere Fälle dazukommen. Vandenbroucke betonte jedoch, dass die ärztliche Verschreibung nicht völlig abgeschafft werden soll.

Ab dem kommendem Jahr soll außerdem eine weitere Neuerung greifen: Telekonsultationen. Wer möchte, kann sich dann auch per Video von seinem Physiotherapeuten behandeln lassen. „Das gibt den Patienten mehr Selbstständigkeit und Flexibilität – sie können die Übungen zu Hause absolvieren, wann immer es ihnen passt“, so der Minister. Dauer und Kosten der Online-Sitzungen sollen identisch zu klassischen Terminen in der Praxis sein, inklusive Rückerstattung durch die Krankenkassen.

Entlastung für das Gesundheitssystem

Laut Vandenbroucke wächst die Zahl der Menschen, die Physiotherapie benötigen, stetig – und wird auch in den kommenden Jahren weiter steigen. „Mit dieser Reform wollen wir den Zugang erleichtern und gleichzeitig die Belastung für das Gesundheitssystem abfedern“, erklärte er.

Der föderale Ministerrat hatte den von Vandenbroucke vorgestellten Plan in Bezug auf die Telekonsultationen bereits am Freitag (19. September) gebilligt und damit den Weg für die gesetzliche Umsetzung frei gemacht. (belga/calü)

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