SNCB streicht täglich Halte, um pünktlich zu wirken – Ombudsdienst übt Kritik

<p>Mehr als 900 ausgelassene Stopps: Ombudsdienst kritisiert SNCB scharf.</p>
Mehr als 900 ausgelassene Stopps: Ombudsdienst kritisiert SNCB scharf. | Foto: Photo News

Die beiden Bahn-Ombudsleute Jean-Marc Jeanfils und Cynthia Van der Linden äußern deutliche Kritik: Lokführern werde bei Verspätungen regelmäßig die Anweisung erteilt, einen oder mehrere Bahnhöfe zu überspringen, um wieder im Fahrplan zu liegen. Betroffen seien nicht nur kleine Haltestellen, sondern teils auch größere Stationen.

Im Jahresbericht heißt es, allein im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres seien so 904 Halte ausgefallen. Für die Fahrgäste bedeutet das: Weniger Zuverlässigkeit und im Zweifel längere Wartezeiten, wenn ihr Bahnhof plötzlich nicht mehr bedient wird.

Allerdings gibt es Streit um die genaue Zahl. Der Ombudsdienst fordert den Schienennetzbetreiber Infrabel, der für die Pünktlichkeitsstatistik zuständig ist, auf, die Daten künftig präziser zu erfassen.

Auch Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) meldete sich im Parlament zu Wort – mit abweichenden Zahlen. Nach seinen Angaben überspringen Züge im Schnitt drei Stationen pro Tag. Angesichts von rund 3.800 Zügen täglich würde der Effekt auf die Gesamtpünktlichkeit kaum ins Gewicht fallen. (belga/calü)

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