Der Hintergrund: In Belgien ist gesetzlich festgelegt, dass das Sperma eines einzelnen Spenders höchstens bei sechs Frauen verwendet werden darf. Doch mehrere Kliniken sollen diese Obergrenze überschritten haben.
Der Skandal kam im Mai dieses Jahres ans Licht, als bekannt wurde, dass in Belgien 52 Kinder – später korrigiert auf 55 – mit dem Sperma eines dänischen Spenders gezeugt wurden, der ein krebserregendes Gen in sich trägt. Diese Kinder stammen von insgesamt 39 Müttern – also weit mehr als die erlaubten sechs.
Im Zuge der Enthüllungen stellte sich zudem heraus, dass auch belgische Fertilitätszentren selbst gegen die Vorschriften verstoßen haben. Mindestens drei Kliniken hätten Sperma desselben Spenders bei deutlich mehr als sechs Frauen eingesetzt. Ende Juni entschied die Staatsanwaltschaft deshalb, ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen eine der betroffenen Einrichtungen einzuleiten. Nun ist klar: Es handelt sich um die Brüsseler Uniklinik.
Noch gibt es keinen ernannten Untersuchungsrichter. Ob auch gegen andere Kinderwunschkliniken außerhalb von Brüssel ermittelt wird, bleibt derzeit offen.
Das Universitätsklinikum selbst gibt sich zugeknöpft. In einer kurzen Stellungnahme erklärten die Verantwortlichen: „Im Rahmen der jüngsten landesweiten Probleme sind wir vom Staatsanwalt um Klärung gebeten worden. Wir arbeiten in voller Transparenz mit den Behörden zusammen.“ (belga/calü)

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