Dicke Luft vor der WM: Streit zwischen Nafi Thiam und dem Leichtathletik-Verband eskaliert

<p>Dicke Luft vor der WM: Streit zwischen Nafi Thiam und dem Leichtathletik-Verband eskaliert</p>
Foto: belga

Weil sie sich in den vergangenen Wochen weigerte, einen sogenannten Verhaltenskodex zu unterschreiben, habe man sie vom gemeinsamen Trainingslager mit den anderen belgischen Athleten ausgeschlossen – das erklärte eine sichtlich bewegte Thiam am Dienstag. Demnach habe man ihr fünf Tage vor der Abreise per E-Mail mitgeteilt, dass ihre Trainingslager-Teilnahme aufgrund der fehlenden Unterschrift unter dem Verhaltenskodex nicht möglich sei. Zudem erhielt auch der Physiotherapeut der zweifachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin keine Akkreditierung für die Wettkampftage und Stadien.

„Das ist sogar noch schockierender“, so Thiam: „Denn das ist eigentlich eine Entscheidung, die darauf abzielt, meine Vorbereitung und meine Leistung negativ zu beeinflussen. Bei meinem letzten Training hier musste mich mein Physiotherapeut, der extra aus Südafrika angereist ist, auf dem Bürgersteig behandeln. Ich finde es unbegreiflich, dass der Verband einen seiner eigenen Athleten boykottieren will. Aber das ist nun einmal die Realität. Ich werde bestraft und finde das ungerecht. Wobei das Wort Strafe nicht richtig gewählt ist, denn ich habe nichts falsch gemacht.“

Doch warum kam es überhaupt zum Streit zwischen der erfolgreichen Athletin und Belgian Athletics?

Die 30-Jährige weigerte sich vor wenigen Wochen, den Verhaltenskodex der belgischen Delegation zu unterzeichnen. Diesem zufolge verpflichten sich die Athleten, die Sponsoren des Verbandes (etwa Allianz und Asics) sichtbar zu tragen – Marken, die jedoch in direkter Konkurrenz zu den persönlichen Sponsoren von Thiam stehen (Axa und Nike).

„Ich habe den Kodex nicht unterschrieben, weil er meine kommerziellen Rechte nicht respektiert“, begründet Thiam. „Es ist nicht in Ordnung, eine Athletin zu zwingen, einen Vertrag mit solchen kommerziellen Klauseln zu unterschreiben.“

Daran, aufzugeben, habe sie jedoch zu keinem Zeitpunkt gedacht. „Ich habe nicht so hart gearbeitet und so viele Opfer gebracht, damit Menschen, die meiner Meinung nach nichts mit Sport zu tun haben, mir alles verderben“, so Thiam.

Der belgische Leichtathletik-Verband weist die Aussagen von Thiam durch Jessica Mayon (Vorsitzende) scharf zurück. „Ich habe genug davon. Was sie gesagt hat, stimmt nicht“, sagte Mayon. „Dafür haben wir schriftliche Beweise. Es war sogar jemand anwesend, um ihr Trainingslager vorzubereiten.“

Der Verhaltenskodex gilt als Auslöser für den Bruch zwischen der Athletin und dem Verband. „Aber auch vorher gab es bereits gewisse Vorfälle“, so Mayon weiter.

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment