Ozempic-Missbrauch: Belgien verschärft Kontrolle bei Diabetes-Medikamenten
Medikamente
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Über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren wurden dem Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv/Inami) fälschlicherweise 21,5 Millionen Euro für Medikamente wie Ozempic und Rybelsus in Rechnung gestellt. Diese Präparate wurden häufig an nicht-diabetische Patienten abgegeben – oft mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme, wie das Likiv am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Belga mitteilte.
Die Nachfrage nach Ozempic und Rybelsus steigt – oft zweckentfremdet.
| Illustrationsbild: picture alliance/dpa
Die Rückerstattung dieser auf Semaglutid basierenden Medikamente ist jedoch ausschließlich für Diabetiker vorgesehen. Ihre wachsende Beliebtheit als Appetitzügler führte zuletzt zu Lieferengpässen bei Patienten, die sie tatsächlich zur Behandlung ihrer Krankheit benötigen.
Ein Kontrollzeitraum von 42 Monaten deckte die fehlerhaften Rückzahlungen auf. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 belief sich die gesamte Rückerstattung für Diabetes-Medikamente auf 76 Millionen Euro.
Als Konsequenz kündigte das Likiv zu Wochenbeginn strengere Kontrollen an: Ab dem 1. Februar 2026 wird die Rückerstattung von Ozempic und vergleichbaren Präparaten nur noch nach Genehmigung durch einen Vertrauensarzt der Krankenkasse gewährt – und zwar für alle Patienten, die die Mittel zur Diabetesbehandlung benötigen. Lediglich Personen im Rahmen eines Diabetes-Behandlungsplans sind von dieser Pflicht vorerst ausgenommen.
Eine einfache Verschreibung durch den Hausarzt reicht künftig nicht mehr: Apotheker müssen online prüfen, ob die Erstattung genehmigt wurde. Eine Übergangsphase beginnt bereits am 1. Oktober für jene Patienten, die noch eine Genehmigung beantragen müssen.
Ein vergleichbares Verfahren gilt schon für Mounjaro, ein ebenfalls abnehmwirksames Präparat, das jedoch auf Tirzepatid basiert und seit Juli erstattungsfähig ist. (belga/rt)
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