Gulf-Porsche 917 als Blickfang: Es geht wieder den Aufstieg von Trôs Marets rauf

<p>Die Replik des Gulf-Porsche 917 von Georges Hubert, hier 2023 in der Boxengasse in Spa-Francorchamps</p>
Die Replik des Gulf-Porsche 917 von Georges Hubert, hier 2023 in der Boxengasse in Spa-Francorchamps | Foto: privat

Das vier Kilometer lange Teilstück der N68 von Bévercé, ausgangs Malmedy, in Richtung Mont/Xhoffraix am Fuße des Hohen Venns zählt 35 Kurven und gilt als eine der schönsten Bergrennstrecken des Landes. Sogar Belgiens Ikone Jacky Ickx (80) war zu Beginn seiner illustren Karriere im Renntempo auf den anspruchsvollen Serpentinen unterwegs – entlang der malerischen Talschluchten von Trôs Marets.

Doch das ist längst Geschichte. In ihrem heutigen Format hat die Veranstaltung keinen Wettbewerbscharakter mehr. „Es handelt sich um Demonstrationsfahrten für Autos, die 25 Jahre und mehr auf dem Buckel haben“, klärt Organisationsleiter Alain Solheid auf. Er freut sich natürlich, dass nach der Absage im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten die 2025er Auflage über die Bühne gehen kann und offensichtlich wieder viel Zuspruch findet: „Die fleißigsten Teilnehmer schaffen am Sonntag sechs bis sieben Anstiege.“

Ihm als Vorsitzenden des ausrichtenden Clubs MHTM ist das Event ans Herz gewachsen, wohnt er doch an der legendären Strecke. „Eingeschrieben sind rund 100 Teilnehmer in den verschiedenen Kategorien“, erläutert der Präsident: „Von Tourenwagen, Rallyeautos und Legend Cars über Sportwagen-Prototypen bis zu Formel-Autos, für die aus Sicherheitsgründen der stellenweise neben der Straße gespannte Stacheldraht durch Schutzvorrichtungen abgeschirmt werden muss.“

<p>Lokalmatador Didier Boemer aus Malmedy fährt einen Formel 3.</p>
Lokalmatador Didier Boemer aus Malmedy fährt einen Formel 3. | Foto: Herbert Simon

Beim Blick auf das Starterfeld ragen einige berühmte Klassik-Modelle heraus, so Lancia Stratos, Renault R5 Turbo, Audi Quattro, Fiberfab Valkyrie, Triumph TR7, Peugeot 306 Maxi oder gar Chevrolet Lumina aus der amerikanischen NASCAR-Serie. Der mehrfache Ex-Berg-Landesmeister Jean Schmits (Dolhain) gibt Gas in seinem Ralt F3000, Lokalmatador Didier Boemer in seinem F3 Dallara F394. Für Drifteinlagen sollen beispielsweise ein Nissan Skyline R32 oder mehrere Heckschleudern der Marken Ford (Escort MK1-2/RS2000 – mit Dominique Mathy, Bernard Herman oder Olivier Querinjean) und BMW (E30/E36) sorgen.

Der Eupener Harald Wolkener ist jedes Jahr mit seinem Lancia Delta in den typischen Martini-Farben dabei. Gespannt sind die Fans auf die Rückkehr von Routinier Stephan Hermann in seinem exquisiten Fiat Punto S1600. „Seit der Rallye des Cretes 2019 in Bellevaux bin ich damit keine Rennen mehr gefahren“, unterstreicht der Nidrumer.

„Blickfang Nummer eins in Malmedy wird ein Gulf-Porsche 917 sein“, bekräftigt nicht ohne Stolz Alain Solheid. Es handelt sich um eine Replik dieses wunderschönen Prototyps, der weltweit in den 1970er Jahren in Le Mans und bei vielen anderen Langstrecken- und Sprintrennen Geschichte geschrieben hat.

Das Auto, das am Sonntag zu sehen sein wird, gehört dem Sammler Georges Hubert aus der Ardennenortschaft Rendeux (Provinz Luxemburg). „Ich habe diesen Sportwagen in mühevoller Kleinarbeit während mehreren Jahren und in insgesamt 5.500 Stunden komplett von A bis Z neu konstruiert“ betont er. Statt des Original-Triebwerks (4,5 Liter-Zwölfzylinder/520 PS) hat der Tüftler allerdings einen 300 PS starken 3,6 Liter-Sechszylinder-Motor verbaut. Das Prachtstück ist in der jüngeren Vergangenheit schon bei Porsche- und Klassik-Treffen, so auch in Spa-Francorchamps, präsentiert worden.

Das Bergrenn-Festival läuft von 9 bis 18.30 Uhr (mit Mittagspause). Eintritt 6 Euro, Kinder bis 12 Jahre gratis. Besonderes Angebot: Shuttle-Dienst zu den Zuschauerplätzen und Mitfahrgelegenheiten

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