Die SP-Abgeordnete Mechtilde Neuens hatte eine Gemeinderatssitzung von Anfang September erwähnt, bei der anscheinend auch über einen fehlenden Teil der Finanzierung gesprochen worden war. Klinkenberg widersprach diesem Eindruck, und auch die ProDG-Abgeordnete Elke Comoth, die dem Ameler Gemeinderat angehört und bei besagter Sitzung selbst anwesend war, wies dies zurück.
In Amel entsteht damit die vierte Einrichtung dieser Art – nach Schönberg, Grüfflingen und Hünningen (bei Büllingen). Die Betreuung und Unterstützung der Besucher wird dort durch professionelle Familien- und Seniorenhelferinnen von Vivadom gewährleistet. Der entsprechende Vertrag für Amel sei bereits ausgearbeitet worden, versicherte die Ministerin im Eupener Parlament. „Sobald Vivadom den offiziellen Antrag auf Anerkennung für das Seniorendorfhaus in Amel einreicht, was voraussichtlich in den nächsten Wochen der Fall ist, und der zuständige Fachbereich die Erfüllung aller Vorgaben überprüft hat, kann die Genehmigung erteilt werden und der Eröffnung des Seniorendorfhauses in Amel steht nichts mehr im Wege“, sagte Lydia Klinkenberg am Mittwochnachmittag.
Um das Konzept der Seniorendorfhäuser zu unterstützen, habe die Regierung finanzielle Anpassungen beschlossen: kürzere Öffnungszeiten zur Senkung der Personalkosten, eine Tariferhöhung bei Vivadom von 17,50 Euro auf 22 Euro pro Tag (erste seit 2001) sowie den Wegfall halber Besuchertage und reduzierte Öffnungstage im ersten Jahr bei gleichbleibendem Zuschuss. Damit steige de facto die Tagespauschale. Die Seniorendorfhäuser seien in den vergangenen Jahren finanziell gestärkt worden – etwa durch einen zusätzlichen Pauschalzuschuss für Koordination seit 2020 und seit 2024 durch einen Aufschlag von 20.000 Euro pro Jahr, der zunächst für Schönberg galt und inzwischen allen Standorten zugutekommt. Der Jahreszuschuss bemisst sich nach der Tagespauschale multipliziert mit den vertraglich vereinbarten Anwesenheitstagen, wobei neue Häuser im ersten Jahr erleichterte Bedingungen erhalten. Darüber hinaus plant die Deutschsprachige Gemeinschaft eine umfassende Aufwertung der häuslichen Hilfe. Das Konzept liege bereits vor, müsse aber noch mit den Akteuren abgestimmt werden, erläuterte die Sozialministerin. (sc)

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