Acht Pilotprojekte der DG-Gemeinden erhalten einen Zuschuss

Folgende Projektanträge wurden nun genehmigt:

Machbarkeitsstudien: Die Gemeinde Amel wird eine Studie zur Erneuerung des Heizsystems im Gemeindehaus durchführen. Ziel ist es, den thermischen Energiebedarf der einzelnen Büros sowie des gesamten Gebäudes zu ermitteln und Einsparpotenziale zu quantifizieren. Zudem soll geprüft werden, durch welche mögliche Energiequelle zur Erzeugung erneuerbarer Wärme der alte Ölheizkessel ersetzt werden kann.

Die Stadt Eupen wird auf Basis von Vorstudien eine Studie zur Nutzung von Nahwärme im Stadtgebiet durchführen. Ziel ist es, die konkrete Umsetzbarkeit der Verlegung von Leitungen im Straßenbereich zu prüfen und Absprachen mit dem Kabelwerk zur Auskopplung von Wärme für die Verwendung als Abwärme vorzunehmen. Zusätzlich soll die Studie untersuchen, ob und wie das dargestellte Wärmekonzept wirtschaftlich realisierbar ist, falls eine Nutzung der Abwärme des Kabelwerks nicht möglich ist.

Maßnahmen zur Energieeinsparung: Die Gemeinde Raeren wird im Rahmen eines Folgeprojekts zur Infrarot-Thermographie weiteren Bürgern ein Angebot zur Verfügung stellen, ihre Häuser und Wohnungen von einem Dienstleister mit Hilfe einer Wärmebildkamera auf Energieverluste, Feuchtigkeit, Isolationsmängel, usw. untersuchen zu lassen. Anschließend sollen die Eigentümer einen Bericht erhalten, der die Aufnahmen sowie Lösungsvorschläge zur Behebung der Gebäudemängel enthält.

Investitionen: Die Gemeinde Kelmis wird Batteriespeicher an fünf öffentlichen Gebäuden mit PV-Anlagen (Gemeindehaus, Bauhof, Kirche Kelmis, Prinz-Philippe-Stadion, Gemeindeschule Hergenrath) errichten, um den Eigenverbrauch des mit ihnen erzeugten Stroms an Ort und Stelle zu maximieren und die negativen Auswirkungen auf das Verteilernetz zu minimieren. In dem Zusammenhang wird die Gemeinde eine Dachpotentialanalyse verschiedener öffentlicher Gebäude durchführen, in der gebäudespezifische Kriterien wie die Statik und die Rentabilität untersucht werden sollen.

Die Stadt Eupen testet im Gesundheitszentrum (Neustraße 59) eine Luft-Wasser-Hochtemperatur-Wärmepumpe als Ersatz der Gasheizung. Die Anlage arbeitet mit natürlichen Kältemitteln (z. B. Propan), ist umweltfreundlicher als F-Gas-Systeme und schafft Vorlauftemperaturen bis 75 °C – passend für Altbauten mit hohem Temperaturniveau. Das Pilotprojekt soll Daten zu Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit liefern und auf ähnliche Gebäude übertragbar sein. Parallel läuft eine Studie zur städtischen Energiegemeinschaft: Perspektivisch könnte die Pumpe mit erneuerbarem Strom aus anderen städtischen Gebäuden versorgt werden.

Die Stadt Eupen wird außerdem eine Fernüberwachung von Gas-Heizungsanlagen in 36 städtischen Gebäuden durchführen. Im Rahmen von zwei schon genehmigten Pilotprojekten im Bereich Energiemonitoring stattet die Stadt Eupen diese Gebäude bereits mit digitalen Zählern zur automatischen Messung des Gas-, Strom-, und Wasserverbrauchs aus. Die Fernüberwachung von Heizungsanlagen ergänzt die digitalen Gaszähler und bietet den Vorteil, aktuelle Betriebsdaten wie Laufzeiten und Vorlauftemperaturen zu überwachen. Auch nach einem Austausch der Heizungsanlage, etwa durch eine Wärmepumpe, kann das System weiter betrieben werden.

Die Stadt Eupen wird darüber hinaus Solarsitzbänke aufstellen, um das Laden von E-Bikes und Handys mit nachhaltiger und grüner Energie zu ermöglichen. Solarsitzbänke verfügen über PV-Module, die Sonnenstrahlung in Strom umwandeln, und sind daher autark und netzunabhängig. Außerdem verfügen sie über eine kleine Stromspeichereinheit für dunkle Tage. Basierend auf dem Radverkehrskonzept werden die Bänke am Scheiblerplatz sowie im Klinkeshöfchen und am Stadthaus/alten Rathaus aufgestellt.

Förderberechtigt im Bezuschussungssystem sind die neun deutschsprachigen Gemeinden. Seit dem 1. Januar 2025 sind neben Projekten der Gemeinden nun ebenfalls Vorhaben der Autonomen Gemeinderegien förderfähig. Die nächste Antragfrist endet am 1. Januar 2026. (red/sc)

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