Bahnhöfe unter Beobachtung: Polizei erhält Zugang zu 8.000 Kameras

<p>Bernard Quintin, Jean-Luc Crucke und Sophie Dutordoir (v.l.n.r.)gaben am Donnerstag eine Pressekonferenz.</p>
Bernard Quintin, Jean-Luc Crucke und Sophie Dutordoir (v.l.n.r.)gaben am Donnerstag eine Pressekonferenz. | Foto: belga

Bisher war es den Sicherheitskräften nur möglich, im Nachhinein auf die Aufzeichnungen zurückzugreifen – etwa nach einem Diebstahl oder einer Schlägerei. Nun soll die Polizei schneller eingreifen können, wenn es in Bahnhöfen zu Problemen kommt.

„Wir nehmen selbst viele Sicherheitsmaßnahmen, aber die Probleme in Bahnhöfen sind oft gesellschaftlicher Natur. Als Bahnunternehmen haben wir nicht die Mittel oder Befugnisse, um das allein zu lösen. Deshalb brauchen wir die Hilfe der Polizei“, erklärte SNCB-Sprecher Dimitri Temmerman.

Innenminister Quintin betonte, dass der Datenschutz gewahrt bleibe: „Wir haben ein striktes rechtliches Rahmenwerk geschaffen. Wenn es zu einem Vorfall wie einem Diebstahl oder einer Schlägerei kommt, können Einsatzkräfte sofort reagieren. Ziel ist es, die Kriminalität nachhaltig zu senken – und das ist ein entscheidender Schritt dahin.“

Mobilitätsminister Crucke hob bei der Vorstellung den Nutzen für die Fahrgäste hervor: „Der öffentliche Verkehr muss für alle sicher sein. Wenn die Polizei direkt mitsehen kann, sind mehr Augen auf die Situation gerichtet. Das wirkt im besten Fall auch präventiv abschreckend.“

Zugriff für 130 Polizeizonen

Insgesamt erhalten rund 130 lokale Polizeizonen Zugang zu den Aufnahmen – jeweils zu den Bildern der Bahnhöfe in ihrem eigenen Gebiet. Auch Dienste der föderalen Polizei können live mitverfolgen, was in und um die Bahnhöfe passiert. Bislang hatten lediglich die Sicherheitsabteilung Securail und die föderale Bahnpolizei diesen direkten Zugriff.

Geteilt werden die Bilder von etwa 8.000 Kameras, die sich in öffentlichen Bereichen befinden: Empfangshallen, Wartesäle, Bahnsteige, Fahrradabstellplätze oder Parkanlagen. Nicht eingeschlossen sind die rund 7.000 Kameras in den Zügen selbst. „Derzeit steht das nicht zur Debatte“, erklärte die SNCB. Allerdings sei es denkbar, dass diese Option künftig geprüft werde, hieß es aus dem Kabinett von Minister Quintin. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment